Die „Flamme des Friedens“ für Herman Van Rompuy

rompuy3Von Heide Newson.

Auszeichnungen, darunter der Karlspreis, hat Herman Van Rompuy in seinen fast 40 Jahren als Abgeordneter, Minister, Regierungschef und EU-Ratspräsident schon viele erhalten. Ihm fehlte noch die Statuette, die wie kaum eine andere die „Flamme des Friedens“ symbolisiert, und den Preisträgern Mut und Kraft geben soll, auch weiter ihre verantwortungsvollen Aufgaben zu erfüllen. Verliehen wird sie alljährlich denjenigen Personen, die sich um den Frieden in der Welt, um Gesellschaft, Kultur und die Umwelt verdient gemacht haben.

Dementsprechend groß war Van Rompuys Freude, als er die „Flamme des Friedens“ in Brüssel aus den Händen Seiner Königlichen Hoheit, Erzherzog Sandor von Habsburg-Lothringen von Österreich, dem Vetter von Prinz Lorenz von Belgien erhielt. Für den Frieden engagiert sich der Belgier, sei es nun innerhalb der EU-Mitgliedstaaten oder in Kriegs-und Krisengebieten in seinen unterschiedlichen Funktionen seit Jahren, worauf Graf Henri Estramant in seiner Laudatio verwies.

Van Rompuy habe seine Rolle als EU-Ratspräsident genutzt, um nationalstaatliche Interessen zu koordinieren und die europäische Integration voranzutreiben. Er habe sich extrem schwierigen Herausforderungen gestellt. Bescheiden, mit viel Weitsicht und kühlem Verstand habe er Widrigkeiten innerhalb der EU-Mitgliedstaaten ausgemerzt.

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Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung, die dem Frieden auf dieser Welt gilt,“ sagte Van Rompuy in seiner Dankesrede. „Die Einigung Europas ist ohne Zweifel das erfolgreichste Friedensprojekt unseres Kontinents.“ Er betonte, dass die Europäische Union nicht als Wirtschaftsgemeinschaft, sondern als eine Wertegemeinschaft, für den Erhalt des Friedens, geschaffen wurde. „Wir sind von Krieg in der Ukraine, in Syrien, im Irak umgeben, von Ländern die unsere Nachbarn sind.“ Europa, habe ebenso unter Kriegen gelitten.

Auch auf belgischem Boden habe sich Schreckliches abgespielt. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Schlacht von Waterloo, den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie den Balkan Krieg vor 25 Jahren. Diese Kriege hätten gezeigt, dass aus Feinden auch wieder Freunde werden könnten.

Von Rompuy und Autorin Newson

Antworten gelte es nunmehr auf die Frage nach der Verantwortung Europas für die Flüchtlinge zu finden, die aus Krisengebieten zu uns kämen. Keiner dürfe wegsehen. Die Flucht und Vertreibung gelte es schon im Ansatz zu verhindern. In Gedichten, so fuhr er fort, finde sich viel Harmonie, und nach dieser sehne sich wohl ein jeder.

Belgieninfo gegenüber verriet er, dass er weiter Haiku Gedichte verfasse, an vier belgischen Universitäten unterrichte und Vorträge zu europapolitischen Themen hielte – aber jetzt erst einmal in den Skiurlaub nach Italien aufbreche.

Zu den diesjährigen Preisträgern der Friedensflamme gehören auch Denise Campbell Bauer, amerikanische Botschafterin in Belgien, der slowenische Botschafter Matjaz Sinkovec, sowie die EU-Botschafterin des Kosovo, Dr. Mimoza Ahmetaj. In den Vorjahren hatten u.a. Lech Walesa, Dr. Alois Mock und Prinz Laurent von Belgien die „Flamme des Friedens“ erhalten.

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