Der Tag der Freude für die einen, ein Trauertag für die anderen

Von Heide Newson.

Kurz nach 13 Uhr übergab der britische Botschafter Tim Barrow den EU-Austrittsantrag Großbritanniens an Donald Tusk. Einige Minuten später bestätigte der EU-Ratspräsident über Twitter, dass er diesen erhalten habe. „Was soll ich sagen, wir vermissen die Briten schon jetzt“, meinte er.

Während er um Fassung rang und von einem schmerzhaften Verlust sprach, knallten nur einen Steinwurf vom Ministerrat entfernt im einem irischen Pub gegenüber dem Berlaymont die Champagnerkorken.

Das ist ein historischer Moment, wenn das kein Grund zum Feiern ist!“ sagte Raymond Finch, EU-Abgeordneter der Ukip-Partei (UK Independence Partei). „Neun Monate nach unserer viel zu langen EU-Mitgliedschaft erhalten wir nun endlich unsere Freiheit zurück, ab jetzt tickt die britische Uhr wieder normal.“ Einer trank allerdings nicht mir. Nigel Farage, ehemaliger Vorsitzender der Ukip und wortkräftigster Brexit Befürworter, hatte seine Teilnahme in der frohen Runde wegen anderer Verpflichtungen im letzten Augenblick absagen müssen.

Wir feiern heute unseren zweiten „D-Day“, wir können wieder über unsere Grenzen bestimmen, kam es von einem schottischer EU-Abgeordneten. Allen Unkenrufen zum Trotz gebe es auch in Schottland mehr Brexitbefürworter als es von der schottischen Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon dargestellt werde.

Das Brüsseler Diktat, die undemokratischen Beschlüsse, Bürokraten, die vom wirklichen Leben keine Ahnung hätten, da sie in der realen Welt noch nie gearbeitet hätten, sei man schon längst leid.

Dagegen verliere die EU, die er als undemokratisch bezeichnete, ihre zweitgrößte Volkswirtschaft und einen großen Nettozahler. „Der heutige Tag ist nur der Anfang vom Ende der EU, meinte der schwedische Europaabgeordnete Peter Lundgren von der Fraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“.

„Ich vertrete die stärkste Partei Schwedens und bin stolz auf die Briten. Auch wir Schweden wollen uns nicht länger von anonymen Brüsseler Bürokraten gängeln und dumme Vorschriften machen lassen. Der Brexit ist das Beste, was Europa passieren konnte.Die Briten werden es ohne die EU schon schaffen, und dieser leckere Geburtstags-Kuchen steht symbolisch für einen Neuanfang.“

Ein Kommentar

  1. Gisbert Kuhn schreibt:

    Man kann es auch anders sehen: Warum hat man diese Typen so lange in Europa alimentiert?

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