Der Tag der Deutschen Einheit, ein tolles Fest

Von Heide Newson.

Nasskaltes Schmuddelwetter konnte mehr als 800 Gäste nicht davon abhalten, um an der Feier des Tages der Deutschen Einheit teilzunehmen, die in Brüssel bereits am 2. Oktober und wie immer in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts stattfand.

Geladen hatten Deutschlands Botschafter Martin Kotthaus sowie der Ministerialdirektor für Europa und Internationale Beziehungen der Bayerischen Staatskanzlei, Dr. Thomas Gruber, gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der Büros der deutschen Länder. Gesichtet wurden prominente Politiker wie der belgische Innenminister De Crem, Oliver Paasch, Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft, sowie der ehemalige belgische Vize-Premierminister Kris Peeters, der im Gespräch mit belgieninfo berichtete, sich als frischgebackener Europaabgeordneter ausgesprochen wohlzufühlen.

Gute Musik sowie ein sehr entspannter und geselliger Botschafter sorgten von Anfang an für eine fröhliche Atmosphäre. Seine mitreißende Rede, eine Mischung aus Ernsthaftigkeit, Charme und Humor, tat ein Übriges.

„Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Wäre ja auch schade gewesen wenn wir nach den vielen Mühen der Organisatoren und Organisatorinnen, unter uns geblieben wären“, sagte er an die fröhliche Gästeschar gerichtet.

Das erste Jahr als deutscher Botschafter in Belgien, das toll, intensiv und sehr ereignisreich gewesen sei, liege hinter ihm. „Ich war in ganz Belgien unterwegs, von Nord nach Süd, vom Westen nach Osten. Ich habe nachgeholt, was ich in 15 Jahren in der Rue de la Loi im Europaviertel verpasst habe.“ Und nun freue ich mich, mit meiner Familie jeden Tag neu, wieder in Brüssel, aber dieses Mal in Belgien zu sein,“ fuhr er fort. Dann wechselte er zur Freude und Erleichterung des chinesischen Botschafters vom Deutschen ins Französische über. Ein großer Teil seiner Termine des Vorjahres hätten den Gedenkfeiern zum Ersten Weltkrieg gegolten. „Und in diesem Jahr gedenken wir der Befreiung Belgiens vom Nazi-Terror vor 75 Jahren.“ In diesem Zusammenhang habe er in Begleitung Seiner Majestät dem König, das Fort de Breendonk besucht, ein Besuch, der ihn sehr bewegt habe. Ein Überlebender des Konzentrationslagers, bei dem er sich für die Nazi-Verbrechen zu entschuldigen versuchte, habe ihm gesagt. „Mais Monsieur  l`Ambassadeur, c`est le passé, ca.“

Kotthaus entpuppte sich sodann als wahrer Belgienfan, als er über die reichhaltige Kultur Belgiens sprach. Er erwähnte den nicht ganz so furchterregenden Drachen Doudou von Mons, der jedes Jahr gegen den Heiligen Georg verliere, den Karneval in Stavelot, Theater und Konzerte u.a. in Brüssel, Eupen, Antwerpen und Liege, um nur einiges zu erwähnen. Er sprach über das Deutschlandjahr an der Universität Mons und die aktuelle Veranstaltungsreihe „Les Deutschlands“ im Flagey.

Als echtes Highlight der letzten 12 Monate bezeichnete er die beiden Reisen des Königspaars nach Deutschland, wodurch die sowieso schon hervorragenden Beziehungen beider Länder, die auch in wirtschaftlicher Hinsicht gut laufen, noch vertieft worden seien. Dem Königspaar seien dort die Herzen zugeflogen.

Zum Schluss seiner Rede nannte er das schönste Kapitel der deutschen Geschichte der letzten 50 Jahre: „Der Fall der Mauer jährt sich in wenigen Wochen zum 30. Mal,“ betonte er. Außenminister Heiko Maas habe den Begriff „magische Momente“ benutzt, als er in Prag vom Mauerfall und der berühmten Rede seines Vorgängers Hans-Dietrich Genscher sprach, der damals die Ausreise der mehr als 4000 DDR-Flüchtlinge ankündigte, die in der deutschen Botschaft in Prag Zuflucht gefunden hatten.

Im Anschluss sprach Ministerpräsident Oliver Paasch über die wechselvolle Geschichte des kleinsten belgischen Bundesstaates, der heute die best-  geschützte Minderheit weltweit sei. Er betonte, dass Deutschland ein sehr wichtiger Partner und ein Land sei, das er sehr bewundere. Die Deutsche Einheit bezeichnete er, auch wenn hier und da noch die „blühenden Landschaften“ fehlten, als eine große Erfolgsgeschichte. Ohne die Europäische Union, der man viel zu verdanken habe, hätte es diese nicht gegeben.

Dr. Gruber fasste sich in seiner Festrede kurz, nicht zuletzt, da er meinte, dass bereits alles gesagt worden sei. Nach der Intonation der deutschen, belgischen und Europahymne, gab er den Startschuss für die Eröffnung eines schwungvollen Festes mit belgisch-bayerischen Spezialitäten.

 

Fotos: Folkert Herlyn

Ein Kommentar

  1. Folkert Herlyn schreibt:

    Danke für den tollen Artikel!

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