Der Jubelpark: Frohes Joggen 2018!

Von Margaretha Mazura.

Der “Cinquentenaire“ Park oder Jubelpark ist eine Schöpfung Leopold II., der 1880 damit das 50-jährige Jubiläum der Unabhängigkeit Belgiens feiern wollte. Auf dem früheren Militärübungsplatz von Linthout plante der Monarch eine nationale Ausstellung, monumentale Gebäude, Arkadenbögen und Museen. Diese megalomanische Idee stiess auf Widerstand des Parlaments, die das Unternehmen hauptsächlich als Geldverschwendung sahen. Der König griff daraufhin in die eigene Tasche: er galt als einer der reichsten Männer seiner Zeit, bevor er das meiste davon in sein Privateigentum, den Kongo, steckte. Um die Kassen wieder zu füllen, beutete er den Kongo gewissenlos aus, vor allem mit Elfenbein und Kautschuk.

Für das Jubiläum engagierte er den Architekten Gédéon Bordiau, der dem Zeitgeist entsprechend Eisen-Glas-Bauten errichtete, die noch heute als Armee- und Flugzeugmuseum dienen. Der Triumpgbogen, nach Atomium und Grand‘ Place das dritte Wahrzeichen Brüssels, wurde hingegen erst zur 75-Jahr-Feier der Unabhängigkeit fertiggestellt, 1905. Er ist auch nicht wirklich originell: in seinem Erscheinungsbild erinnert er an das Brandenburgertor in Berlin (ebenfalls mit Quadriga), während die 4 Kupferpferde die Markuskirche in Venedig wachrufen. Sie stellen „Brabant, das die Fahne der Nation hisst“ dar und wurden von Jules Lagae (1862-1931) und Baron Thomas Vinçotte (1850-1925), zwei belgische Bildhauer, geschaffen. Warum gerade Brabant? Es ist das Herzland Belgiens, und auch die Nationalhymne trägt den Namen: La Brabançonne.

Der Jubelpark beherbergt noch weitere Museen und Sehenswürdigkeiten: Die königlichen kunsthistorischen Museen und die „Autowelt“. Am unteren Ende des Parks, gegen Schumann zu, sieht man einen kleinen, eher unscheinbaren Pavillon. Dabei handelt es sich um eines der ersten Werke Victor Hortas. Im Inneren befindet sich das monumentale Flachrelief „Die menschlichen Leidenschaften“ von Jef Lambeaux, einem belgischen Bildhauer. Der Pavillon wurde extra dafür von Leopold II. in Auftrag gegeben und sollte zur Weltausstellung 1897 fertig sein. Allerdings wurde die Rechnung ohne die Künstler gemacht, die sich in die Haare kriegten: Horta wollte den Portikus offen gestalten, damit das Relief sichtbar bleibt. Lambeaux wollte einen geschlossenen Raum.

Die Saga der menschlichen Leidenschaften, aber bitte bekleidet!

Zur Eröffnung am 1. Oktober 1899 war das Gebäude offen, aber Horta musste auf Druck der Politiker und der öffentlichen Meinung – das Relief war damals zu skandalös – den Pavillon ändern. Das 12 x 8 m grosse Relief der Freuden und Sünden der Menschheit erregte bereits 1889 die Gemüter, als sein Zeichenentwurf im Genter Salon gezeigt wurde. Die Kunstzeitschrift L’Art moderne beschreibt es 1890 so: “…die nacktesten Körper in verdrehten Positionen, die Muskulatur der Kämpfer im Delirium, eine absolute und unvergleichliche Infantilität…”. Seit Anbeginn war der Pavillon die meiste Zeit geschlossen, zuerst aus moralischen Gründen, heute um Vandalismus vorzubeugen. Dass zwischendurch das Gebäude samt Inhalt kurzfristig in saudiarabischer Hand war (ein Geschenk König Baudouins) und dort ein Museum islamischer Kunst entstehen hätte sollen, sei nur am Rande erwähnt. Jetzt gehört der Pavillon zu den vom Cinquentenaire-Museum verwalteten Gebäuden – und das ergreifende Meisterwerk Lambeaux bleibt weiterhin unsichtbar hinter verschlossenen Türen.

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Le baron Thomas Vinçotte est un sculpteur belge, né à Borgerhout (Anvers) en 1850 et décédé à Schaerbeek (Bruxelles) en 1925. Élève tout d’abord de l’Académie royale des beaux-arts de Bruxelles, il poursuit sa formation à l‘École des beaux-arts de Paris. Rapidement renommé, il remporte plusieurs prix et entame une brillante carrière au cours de laquelle il réalise de nombreux monuments publics.

Il devient professeur de sculpture à l’Institut supérieur national des Beaux-Arts d’Anvers où il enseigne de 1886 à 1921. Il était l’ami de Charles Würden, autre médailleur belge.

Son œuvre se compose essentiellement de bustes de personnalités et de monuments où les statues équestres tiennent une place privilégiée.

Il réalise plusieurs commandes pour le compte du roi Léopold II dont différents portraits, des pièces de monnaies, différentes œuvres pour le Palais royal de Bruxelles et pour le Parc du Cinquantenaire, dont le monument aux pionniers belges au Congo empreint de paternalisme.

Le quadrige de bronze qui le surmonte et qui représente « le Brabant élevant le drapeau national », ainsi que les sculptures qui l’entourent sont l’œuvre de Thomas Vinçotte et Jules Lagae ; les huit autres provinces sont représentées assises aux pieds des piliers. La colonnade, à l’origine ouverte, fut fermée à l’arrière par un mur en 1905, qui fut ensuite décoré d’une frise en mosaïque de 360 mètres carrés dont le thème est « la glorification de la Belgique pacifique et héroïque 

Jules Lagae, né le 15 mars 1862 à Roulers (Belgique) et décédé le 2 juin 1931 (à 69 ans), à Bruges (Belgique), est un sculpteur belge. \Ensuite, de 1882 à 1885, il fréquente l’atelier libre de Charles Van der Stappen et ensuite celui du statuaire Jef Lambeaux situé dans le vieux Saint-Gilles (Bruxelles). Grâce à lui, il apprit à connaître et à estimer Gustave Vanaise, Dario de Regoyos, Constantin Meunier et son fils Karl (artiste talentueux méconnu et mort jeune) à Saint-Gilles non loin de leurs ateliers. Mais c’est Julien Dillens avec qui il se lie d’une grande amitié qui l’influence dans son art.

Carrière et œuvres

Avant son départ pour l’Italie (1888-1892), il épouse Léonie Noulet dont il a trois enfants. Son fils Jan, né en 1897, épousera la nièce de Léon Frédéric, son ami intime. Spécialisé dans les portraits couplés, Jules Lagae produit des œuvres au réalisme paisible comme Mère et Enfant (1892). Attaché à la culture flamande, il conçoit beaucoup de monuments et de portraits comme celui d‘Albrecht Rodenbach (1909).

Ein Kommentar

  1. Alfons Van Compernolle schreibt:

    Ich bin mehrfach zw. 1968 & 1970 im Congo gewesen. Ich habe noch alte Menschen dort erlebt, welchen entweder eine Hand oder ein Fuss fehlte. Man erzaehlte mir, dass diese Menschen Opfer
    des Belg. Koenigs geworden sind. Sie hatten als junge Menschen / Kinder nicht die befohlene Menge Kautschuk sammeln koennen und haben zur Strafe eine Hand oder Bein abgeschlagen bekommen! Ich als Belgier mit Geburtsort Hamburg , wo ich auch zur Schule gegangen bin und anschliessend studiert habe, hatte von dieser Congo-Geschichte keine Ahnung, noch niemals etwas von erzaehlt bekommen. Damals war es in Deutschland noch vorgeschrieben, dass wenn man ein Ingenieursstudium absolvieren will, muss man vorher ein entsp. Berufsprakticum machen. So bin ich dann mit der Deutschen Afrika Linie zur See gefahren, nach Afrika!
    Im Congo angekommen, wollte ich Leopoldville besichtigen. Und ich traff auf damals noch im Congo stationierte Belgische Soldaten. Ein Belg. Wachoffizier sah sich beim Verlassen des Hafens meinen Pass und mein Landgangticket an und fragte mich dann ob ich einen Revolver bei mir haette?? Hatte ich natuerlich nicht, warum auch, und mein Erstaunen war doch gross derartiges gefragt zu werden. Daraufhin erklaerte er mir, dass ich als Belgier im Congo stark
    gefaehrdet bin und ohne Waffe kann er mich nicht in die Stadt lassen.
    ich werde niemals vergessen was er mir gesagt hat: „Sie sind im Congo und sie sind Belgier, wenn sie hier einen SCHWARZEN sehen, dann muessen sie zuerst SCHIESSEN und dann erst Fragen ob das richtig war diesen Neger zu erschiessen!“!
    Ich habe die Stadt bei keinem Besuch aufgesucht, ich habe mich immer geweigert, eine Waffe
    bei mir zu haben und diese auf einen Menschen zu richten. Die alten Menschen ohne Haende und Fuesse, habe ich nur zu Gesicht bekommen, weil sie im Hafen gebettelt haben um ein paar Cent und etwas zu Essen !! Wenn ich die Geschichte des Congo richtig gelesen habe, dann hat der Congo ca. 20 Millionen Opfer zu beklagen und es hat damals keinen Belgier echt gekuemmert. Auch Belgien, sowie alle Kolonialmaechte, haben soviel Dreck vor der eigenen Haustuer liegen, dass auch unsere heutige Politik vor Scham im Boden versinken muessen!
    Die ganzen Baudenkmaeler in Bruessel, wurden mit Congo’s Opferblut bezahlt.
    Nicht ohne Grund sind die Akten dieser Geschichte auch heute noch nicht oeffentlich zugaenglich ! Die Wahrheit wird auch heute noch als Staatsgeheimnis verheimlicht !!!!
    Ich wuensche allen Kommentatoren/innen ein gutes und gesegnetes neues Jahr 2018!

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