Wir sind jetzt bitte bienenfreundlich!

Von Heidrun Sattler. Einige Tage auf Reisen, während zu Hause der „Sommer im April“ stattfand mit dem nachfolgenden Regen, und schon sprengt der Garten alle Grenzen. Das zögerliche Grün der Staudenbeete war nicht wiederzuerkennen. Und jetzt erblüht alles gleichzeitig. Lassen Sie sich mitnehmen in den Garten, von den Fotos unserer Gartenfrau verzaubern und für die kommende Saison inspirieren.

Blühwettbewerb

In der ersten Maiwoche herrschte in den Beeten bei den Rosensträuchern Konkurrenz: Welche der Königinnen entfaltet als erste eine Blüte. Gewonnen hat bei mir „Sweet Pretty“ eine einfach blühende und sehr widerstandsfähige Beetrose mit gesunden Blättern.

Meine besondere Liebe jedoch gilt den frühen Strauchrosen, wie der bezaubernden Rosa hugonis. Ihre hellgelben Blütenkelche sitzen wie Perlen dicht an dicht auf den waagerechten, leicht überhängenden Zweigen. Inzwischen blühen auch die Topfrosen aus der Serie „Eyes“, die ein dunkles Herz aufweisen. Sie zieren meine Terrasse den ganzen Sommer über, ich habe es darum nicht übers Herz gebracht, sie auszupflanzen. Ich halte sie über den Winter unter dem Dachvorsprung der Terrasse in Plastiktöpfe. Erst nach den Frösten ziehen sie in ihre schönen, aber frostempfindliche Terrakottatöpfe um.

Abwechslungsreiche Staudenbeete

In diesen Wochen stehen die Staudenbeete meist schon im vollen Saft und erscheinen reichlich gefüllt. Doch wer genau hinsieht, wird – vielleicht durch abgestorbenen Buchs entstandene – Lücken entdecken. Um zu vermeiden, dass sich reine Staudenbeete im nächsten Winter als optische Wüste präsentieren, heißt es jetzt, in der vollen Wachstumsperiode, immergrüne kleine Sträucher zu pflanzen. Beispielsweise liefern Variationen aus der Familie des Euonymus japonicus (nicht zu verwechseln mit E. europaeus, dem Pfaffenkäppchen) auch im Winter Farbe, sowohl einfaches Grün, als auch alle Schattierungen von Zweifarbigkeit mit Gelb und Weiß.
Kaufen Sie ruhig kleine Pflanzen, sie wachsen bei guter Pflege (genügend wässern!) zu ansehnlichen Büschchen empor.

Da sie sich an fast allen Standorten wohlfühlen, sollten Sie es mit Sträuchern aus der Familie der Schneebälle probieren. Es gibt sie in allen Höhen und Blühzeiten. Sie lassen sich gut schneiden, am besten gleich nach der Blüte, und einig unter ihnen sind halb oder ganz wintergrün. Sie liefert auch im Winter Struktur. Wenn Sie nicht zu große Pflanzen kaufen, müssen Sie nicht fürchten, dass der Wurzelplatz nicht ausreicht. Sträucher wurzeln tief und machen den Stauden keine Konkurrenz. Die Abbildung zeigt den immergrünen Viburnum tinus mit einer Besucherin!

Bienenfreundlich

Nach all den Hiobsbotschaften über die Not der Bienen, sind unsere Gärten die einzigen Orte, an denen wir selbst etwas zur Ernährung dieser unentbehrlichen Insekten beizutragen. Das heißt nicht, dass Sie nur noch einheimische Wildpflanzen aussäen und pflanzen dürfen. Viele schöne Stauden und blühfreudige Einjährige locken Bienen. Im März taten sich mehrere kleine Wildbienen an den Blüten des Judasbaums gütlich. Sie wohnen in der Erde und sind deutlich kältebeständiger als die Honigbienen.

Grundsätzlich sind Korbblütler wie Schmuckkörbchen (Cosmea) und Ringelblumen, aber auch Sonnenhut (Echinacea) und später Astern, Rudbeckien und einfach blühenden Dahlien besonders bienenfreundlich. Besonders letztere sind äußerst gut besucht, oft vertreiben die Insekten einander regelrecht von den besten Blüten.

Daneben liefern die Lippenblütler wie Wicken, Löwenmäulchen und Lavendel große Mengen Nektar. Besonders in den Kräutern wie Rosmarin, Thymian, Minze, Oregano summt es während der Blütezeit lautstark. Alle Sorten Salbei, auch die Zierpflanzen darunter, wie hier Salvia guaranitica, sind in Insektenkreisen ebenfalls sehr begehrt.
Ein Teil der aufgezählten Kräuter sind mediterranen Ursprungs und hassen winterliche Feuchtigkeit. Auch sie dürfen, wie die Topfrosen, in ihrem Pflanzgefäß überdacht überwintern und lohnen es mit früher Blüte.

Insektenweide auch auf dem Balkon

Die Bepflanzung meiner Balkonkästen bietet an warmen Tagen viele schöne Fotomotive, dicke Hummeln hängen schwer an Blüten auf dünnen Stängeln, Bienen saugen sich am Kräutertopf satt und Nachfalter bestäuben auf der Suche nach Nahrung die Ziertabake. Auch hier sind es die Korbblütler wie die hübschen Spanischen Margeriten (Osteospermum) und das Margeritenbäumchen (Argyranthemum)), die, ähnlich wie einheimische Margeriten, gerne angeflogen werden. Momentan sind sie überall preiswert zu erstehen.

Dahlien – jetzt wird es Zeit

Nach den Eisheiligen wird es Zeit, die Dahlienknollen, die frostfrei überwintert haben, in die Erde zu versenken. Stellen Sie einen stabilen Stock neben jede Pflanze, der im Sommer als Stütze dient. Denn die wasserreichen Stängel neigen zum Umfallen, sicher wenn sie große Blüten tragen. Ich selbst bin kein Freund von Dahlien im Staudenbeet. Sie sind oft dominant in Form und Farbe. Eher setze ich sie alle zusammen in ein Beet, in dem ich im Frühjahr Tulpen und andere Zwiebeln blühen lasse. Sie lösen einander perfekt ab.

Sorgenkind Rasen

Nur einige Worte zu diesem leidigen Thema: Der trockene Sommer 2018 hat vielerorts den Rasen nachhaltig geschädigt. Vielen Gartenbesitzern bleibt nichts anderes übrig, als neu einzusäen. Wenn Sie darunter zählen, dann tun sie es so schnell wie möglich, es droht wieder trocken zu werden! Bei mir bekommt der Rasen sehr viel Schatten – bisher sagte ich immer „leider“– doch durch diesem Umstand kann ich kaum klagen. Dennoch werde ich auch in diesem Jahr Teile des Grases zugunsten eines neuen Beetes abstechen.

Es gibt nichts Schöneres als ein neu zu bepflanzendes Stück Grund!

In diesem Sinne, haben Sie einen schönen Frühsommer!

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