Der Garten zu Ostern

 

Gefüllte Primel

Von Heidrun Sattler.

Der April ist berühmt für seine Launen, und so werden gewiss wir noch die unter-schiedlichsten Wetterlagen erleben in diesem Frühjahr. Doch bleiben wir optimistisch und genießen den Sonnenschein in der Osterzeit, wenn er sich blicken lässt. Carpe diem, nur die Gegenwart zählt! Und in der blüht und sprießt es derart, dass die Gartenfrau eine schier unermessliche Auswahl an Themen vorfindet.

Alle Blumenzwiebeln, die im Herbst und manchmal erst im Winter in die Erde versenkt wurden, zeigen sich nun teilweise schon in voller Blüte, wie die Narzissen, andere erst noch als Grün. Doch selbst in den späten Tulpen ist bei genauem Betrachten schon die Knospe zu sehen.

Hundszahn „Pagoda“

Eine besondere Knolle, die winterhart ist und seit Jahren in meinem Garten lebt, ist Erythronium ‚Pagoda‘, ein Hundszahngewächs, das den schönen deutschen Namen Forellenlilie trägt, warum auch immer. Mit ihren gelben Blüten, die wirklich eine Pagodenform zeigen, nimmt sie die Farbe auf, die das Frühjahr dominiert.

Wer gerne einen Kontrast zu Gelb hat, ist momentan mit Hyazinthen gut beraten. Entweder hat man sie im Herbst eingepflanzt, wie ich im Keramikgefäß, oder man kauft sie im Gartenzentrum, wo sie in Töpfchen nach Farben sortiert angeboten werden. Dort locken auch Osterdekorationen, die mit Pflanzen gemischt, ein schönes Bild auf Terrassen und Balkons bieten. Bei mir stehen zwei Tische, die je nach Jahreszeit gestaltet werden, eine überaus befriedigende Tätigkeit!

In jedem Jahr eine Freude

Seit ein paar Tagen zeigen sich die zarten Blüten meiner Elfenblume, ein sehr gut gewählter Name, lateinisch Epimedium x versicolor ‚Sulphureum‘. Sichtbar werden sie allerdings nur, wenn man im Herbst die höheren Blätter abgeschnitten hat, auch wenn es dem Gärtner leidtut für das noch gesund wirkende Laub. Bei den Stauden brillieren auch noch die Primeln. Die ganz frühen Sorten wie Primula eliator, die hohe Schlüsselblume, haben eine sehr lange Blütenzeit und werden von ersten Hummeln bestäubt. Die Selbstaussaat ist dementsprechend oft zu erfolgreich! Bei andere Sorten erscheinen gerade erst die Rosetten. Wer gerade eine bunte Auswahl von Primeln, wie sie jetzt überall angeboten werden, gekauft hat, kann sie unbekümmert nach der Blüte auspflanzen. Nicht alle überleben die kalte Jahreszeit, doch gibt es auch Überraschungen. Eine wunderschöne gefüllte Ausgabe in meiner Lieblingsfarbe hellstes Rosa-Orange, auch Apricot genannt, hat schon zwei Winter überlebt.

Judasbaum

In der oberen Etage

Die Blütenpracht der frühblühenden Gehölze wie Magnolien, Pfirsich- und Mandelbäumchen, aber auch der ersten Rhododendren und Azaleen ist allen bekannt. Doch auch einige erstaunlich winterharte Exoten, beteiligen sich an diesem Spiel: Der aus dem Mittelmeerraum stammende Judasbaum (Cercis) zeigt, seine lilafarbenen Lippenblüten am kahlen Holz. Weiß blüht die immer beliebtere Orangenblüte (Choisya ternata), während Tachyurus chinensis, treffenderweise Perlschweif genannt, das Gelb wieder aufnimmt. Zierlich hängen die Zweige der Exochorda x macrantha über, die mit ihren kugeligen weißen Knospen reiche Blüte versprechen.

 

Oft sind es nicht die Blüten, die in dieser Jahreszeit Farbe ins Geschehen bringen, junges Blatt ist oft ebenfalls eine Augenweide. Während die Pracht der meisten Pierissorten schon verblasst, beleuchtet die Sorte „Forest Flame“ im April den Schattengarten mit seinem rotem Austrieb, an ähnlicher Stelle, etwas subtiler, zeigen die kleinen Ahornsorten alle Farben von rötlichgrün über gelb und ganz zartem Grün. Eine Besonderheit ist die auffällige Blühweise von Acer aconitifolium, im Gegensatz zu jener seiner eher bescheidenen Artgenossen.

Wasserwelt

Auch im Teich erwacht das Leben. Wer keine Fische hat, kann den Laich von Teichfröschen und Krötennatürlichen beobachten, aber nur, wenn das Biotop nicht zu viele Störungen erfährt. Lassen Sie ruhig zu, dass Algen zeitweise die Oberfläche bedecken, sie sind perfekte Sauerstofflieferanten, bevor die Unterwasserpflanzen den Dienst antreten. In diesem milden Winter hat sogar die Entengrütze überlebt, auch sie sorgt für klares Wasser unter ihrem Teppich.

Pierit Forest Flame

Eine witzige Idee

Noch etwas Skurriles aus der Gartenpresse zum Schluss: Man nehme ein Gefäß mit guter Erde und lege darauf Scheiben von Tomaten, die für besonders wohlschmeckend empfunden wurden. Etwas Erde darüber und abwarten. Angeblich entwickeln sich daraus die schönsten Tomatenpflanzen. Ob das wohl wahr ist?

Da hilft, wie in vielen Fällen im Leben der Gartenfrau, nur Geduld. Ich hoffe, auch Sie sind damit gesegnet.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.