Brüsseler Hotels reagieren mit kreativen Ideen auf die Corona-Krise

Von Heide Newson.

Die Corona-Pandemie trifft die gesamte Tourismusbranche hart. Das gilt auch für Brüssel. Gaststätten sind geschlossen, ebenso viele Hotels, da sie keine Touristen beherbergen dürfen.

Im Thon Hotel Bristol Stéphanie beispielsweise stehen die über 142 Zimmer alle leer. Zwei Tage nachdem der letzte Übernachtungsgast das Vier-Sterne-Haus verlassen hatte, entschied sich die Direktion, das sonst stark ausgelastete Hotel wegen der vielen touristischen Beschränkungen zu schließen. „Schweren Herzens haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen, da wir keine weiteren Buchungen hatten,“  so Jeremy Hillegeer, Generaldirektor des Hotels. Mit nur ein oder zwei Buchungen sei es unmöglich, die laufenden Kosten zu decken. Er hatte nichts unversucht gelassen, um eine Schließung zu verhindern; servierte sogar selbst den noch verbliebenen Gästen das Frühstück aufs Zimmer, da das Personal fehlte.

Seit März 2020 erhalten 80% der 65 Angestellten Arbeitslosenunterstützung. Insgesamt beschäftigt die Thon-Gruppe in ihren acht Brüsseler Hotels 325 Personen. Deren monatliche Gehälter belaufen sich auf 250.000 Euro. Kosten, die sich derzeit nicht finanzieren lassen. Zwar gilt die Hotellerie, im Vergleich zu Restaurants und Gaststätten, die immer noch geschlossen sind, als systemrelevant. Sie werden von den politisch Verantwortlichen schon wegen der nötigen Beherbergung Geschäftsreisender oder von Flugpersonal zur Öffnung ermutigt werden. Dennoch sind wegen ausbleibender Touristen viele geschlossen. Bereits im ersten Quartal 2020, als die Covid19-Pandemie Belgien erreichte, fielen die Umsätze in Brüsseler Hotels um 24%. Und das war erst der Anfang. Zum Jahresende gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 90% zurück.

Um diese Umsatzverluste ein wenig auszugleichen und irgendwie zu überleben, reagiert die Hotelbranche zunehmend mit kreativen Ideen. Sie vermietet Zimmer als Home-Office an alle, die zu Hause nicht ungestört arbeiten können oder über wenig Platz verfügen. Im einem kleinen Hotel am Place Sablon im Zentrum Brüssels haben Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens, das am Brüsseler Flughafen Corona-Tests durchführt, für sechs Monate Diensträume angemietet.

Mit innovativen Ideen wartet auch das Steigenberger Hotel auf. Das an der edlen Avenue Louise gelegene Fünf-Sterne-Haus hat sich in ein regelrechtes digitales Tagungshotel verwandelt. Konferenzen, Veranstaltungen oder Live-Übertragungen können in beliebigen Größen abgehalten werden. Ausstattung und Technik sind auf dem neuesten technischen Stand. Mit digitalen Flipcharts, Flat-TV, Leinwand, Rednerpult, Beamer, Digitalkameras, Mikrofonanlage, WLAN, wird eine umfangreiche und moderne digitale Tagungstechnik angeboten. In dieser, an Corona-Zeiten angepassten, Tagungswelt kann sich jeder digital neu erfinden, hieß es von der Direktion.

 

 

 

 

 

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