Brüssel ist Nutznießer der EU. Dennoch hohe Arbeitslosenquote

ceea9a3470Viele Regionen profitieren von der europäischen Integration. Wenige verdanken der EU jedoch so viel wie Brüssel und seine angrenzenden Gemeinden. Nach einer Studie der Freien Universität Brüssel (ULB), die aus Anlass des 50. Geburtstages der Römischen Verträge vorgestellt wurde, sind hier direkt oder indirekt 92 000 Arbeitsplätze mit den Institutionen der EU oder internationalen Einrichtungen verbunden. Das ist entspricht einem Anteil von etwa 12,7 Prozent der Beschäftigten.

Die europäischen und internationalen Institutionen sorgen inzwischen für 12,9 Prozent der jährlichen Wertschöpfung in der „Hauptstadt Europas“ .In Geld ausgedrückt sind dies gegenwärtig 6,78 Milliarden Euro. 3 Milliarden Euro stammen aus Mitteln der EU-Behörden. Über die Hälfte des „Mehrwerts“ geht auf Wirtschaftsverbände, Lobbyisten, Medien-Vertreter und diplomatische Niederlassungen zurück.

Die EU und Nato beschäftigen in Brüssel gegenwärtig zusammen mit den diplomatischen Vertretungen der Mitgliedsstaaten 32 000 Menschen; auf die 650 Lobby-Vertretungen, Journalisten und von Ausländern besuchten Schulen entfallen 12 000 Arbeitsplätze-

Als Hauptsitz der EU hat sich Brüssel in den letzten Jahrzehnten zu einer der weltoffensten Metropolen des Alten Kontinents entwickelt. Als wichtiges Entscheidungszentrum wird es für Unternehmen, für Lobbyisten, internationale Finanz-Institute und NGOs immer attraktiver. Auch die regionale Wirtschaft (Einzelhandel, Immobilien, Tourismus, Unterhaltungs-Branche) profitieren von der Entwicklung. Ein Großteil der Einwohner Brüssels bleibt allerdings ausgeschlossen. Das zeigt die Arbeitslosenquote von über 20 Prozent.

Tags: Brüssel, EU

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