Belgische Nationalbank warnt vor Immobilienblase

Von Rainer Lütkehus.

Der Erwerb einer Wohn-Immobilie in Belgien scheint im internationalen Vergleich billig. Trotzdem warnt die belgische Nationalbank vor einer Immobilienblase, die, wenn sie platzt, zu einem Einbruch der Immobilienpreise führt, die die Banken in Schwierigkeiten bringen könnte. Sie findet, dass die Banken derzeit zu unvorsichtig bei der Vergabe von Baudarlehen sind.

Laut Angaben des belgischen Bankenverbands Febelfin bewilligten die Banken im letzten Quartal 2018 13 Prozent mehr Hypothekendarlehen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und auch das Volumen stieg um 18 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro.

Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat ermittelt hat, stiegen die Preise der Wohnimmobilien (Wohnungen, Einfamilienhäuser, Reihenhäuser), sowohl Neu- als auch Altbauten, im dritten Quartal 2018 im Vergleich zum dritten Quartal 2017 um 2,6 Prozent. Zwar ist das weniger als im EU-Durchschnitt (4,3 Prozent), und sogar weitaus weniger als in Deutschland (5,4 Prozent) und Österreich (4,3 Prozent), aber die Nationalbank läutet die Arlarmglocke.

Als Eigenheimbesitzer geboren

Dabei sind die meisten Belgier schon Eigenheimbesitzer. Belgien hat einen großen Eigenheimsektor und einen verhältnismäßig geringfügigen Sektor der Mietwohnungen. In Deutschland dagegen gibt es einen breiten privaten Mietsektor. Laut Angaben von Eurostat waren 2011 65 Prozent der Belgier Eigenheimbesitzer (Wohnungen und Häuser), wobei der Großraum Brüssel mit nur 29 Prozent die Statistik nach unten zieht: In Flandern sind es knapp 80 Prozent, in Wallonien 82 Prozent. In Deutschland betrug der landesweite Anteil von Eigenheimbesitzern 45 Prozent und in Österreich 52 Prozent.

Obwohl die Belgier, die von sich selbst sagen, mit einem Ziegelstein im Bauch geboren zu sein, heute Immobilien für „unbezahlbar“ halten, entscheiden sich viele für ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung. Die Belgier würden auch bei Krisenzeiten eher in Steine investieren als das Geld auf Konten anzulegen, vermuten Bankexperten. Das Haus ist und bleibe die bevorzugte Investition der Belgier. Aber ökologisch soll sie nicht sein.

Laut einer von der Baumesse Batibouw in Auftrag gegebenen Umfrage ist das Traumhaus der Belgier kein ökologisches Haus. 80 Prozent träumten von einem Einfamilienhaus, das warm, angenehm eingerichtet und ihr Eigentum ist. Nur 21 Prozent möchten in der Stadt leben. 60 Prozent wollten die Stadt sogar verlassen. Die Baumesse hatte Energieeffizienz als Schwerpunktthema.

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