Belgische Immobilienpreise sollen weiter steigen!

Von Christine Seeber.

Die amerikanische Ratingagentur Standard and Poors geht laut einer Studie von steigenden Immobilienpreisen in Belgien aus. Grund dafür seien die historisch niedrigen Zinsen für Darlehen. Nach ihren Schätzungen soll der hiesige Immobilienmarkt 2016 um ca. 1 %, 2017 sogar um 2 % anziehen. Auf den ersten Blick logisch. Trotzdem stellen sich einige Fragen nach der Plausibilität der Voraussagen und vor allem: Soll man selbst jetzt investieren? Soll man einen Kredit aufnehmen, falls man nicht den ganzen Kaufpreis „auf der hohen Kante“ hat? Jeder Immobilienkauf (und -verkauf) ist vorab genau abzuwägen.

Schnellschüsse sind nicht angebracht, denn zu viele Konsequenzen sind mit einem solchen Geschäft verbunden. Daher prüfen Sie zuerst sorgfältig, zu welchem Zweck wollen Sie eine Immobilie erwerben. Handelt es sich um die Befriedigung des eigenen Wohnbedürfnisses oder um eine reine Geldanlage?

Gehen wir vom ersten Fall aus, so lässt sich der Blick auf das Sparkonto nicht vermeiden, das vorhanden sein sollte. Beim Kauf eines Objektes um bspw. 250.000 Euro muss man in Brüssel mit Transaktionskosten (Steuern, Gebühren, Notar etc.) von ca. 37.000 Euro rechnen. Denkt man an eine Kreditfinanzierung, so stellt sich die Frage der Besicherung. Selbst bei guter Bonität – sprich gesicherten Einkommensverhältnissen in entsprechender Höhe – wollen die Banken meist einen bestimmten Prozentsatz als „Eigenkapital“, also Angespartes sehen. In unserem Fall wahrscheinlich etwa 50.000 Euro. Das heißt, man sollte über ca. 80.000 Euro verfügen, um eine solche Immobilie kreditfinanziert kaufen zu können. Natürlich kann auch der Eigenanteil fremdfinanziert werden, aber jedes Darlehen ist zurückzuzahlen und selbst bei niedrigen Zinsen, kann die monatliche Belastung recht hoch werden. Gegengerechnet müssen natürlich die nicht mehr anfallenden Mieten werden, aber die Betriebskosten (Heizung, Strom, Wasser, Kommunale Abgaben etc) gilt es weiter zu berappen.

Man hört vermehrt auch, dass Banken vielleicht gerade wegen der niedrigen Zinsen eine sehr genaue Prüfung ihrer Kreditwerber vornehmen. Dadurch wollen sie sicherstellen, dass selbst bei steigenden Zinsen das Darlehen noch bedient werden kann. Das amerikanische Beispiel der subprime mortgages (also der Kreditvergabe an nicht potente Schuldner) mit den tausenden Kreditausfällen, zusammenbrechenden Banken und dem Verfall der Immobilienpreise, was ja letztlich zur Weltfinanzkrise 2008 geführt hat, soll sich nicht wiederholen.

Die belgischen Regionen

Ebenso ist zu bedenken, dass die belgischen Regionen verschiedene fiskalische Begünstigungen (bonus logement) für Immobilieneigentümer gestrichen haben (Wallonie, Brüssel) bzw. reduzieren wollen (Flandern).

Beim zweiten Fall, also der reinen Geldanlage, ist die zentrale Frage, wie ich meine Immobilie verwerten will: soll sie vermietet oder von mir privat genutzt werden, eventuell als Zweitwohnsitz? Hier gelten andere Kriterien und die Frage der Fremdfinanzierung spielt meist keine Rolle.  Entscheidend wird sein, ob man sein Kapital durch den Immobilienkauf stärker binden will als durch eine Anlage in Wertpapieren, Fonds oder einem Bankguthaben. Mieteinnahmen können ein interessanter Geldrückfluss sein, kommen aber nicht automatisch. Man muss sich kümmern und geht neue Verpflichtungen als Eigentümer ein. Daher: “ Jeder prüfe genau, woran er sich binden will…!“

Viele Fragen sind zu beantworten. Sinnvoll wäre es, dabei professionelle Hilfe zu Rate zu ziehen. Ohne ein Gespräch mit einem Banker, Immobilienmakler oder Notar wird es wohl nicht gehen.

Denn auch wenn Standard and Poors steigende Immobilienpreise prognostiziert, hängt es doch von sehr vielen, nicht nur wirtschaftsrelevanten Faktoren ab, wie sich die Lage wirklich entwickelt. Vorhergesagte Katastrophen finden bekanntlich selten statt, vorhergesagter Geldsegen/Goldrausch/Goldregen aber eben auch!

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Christine Seeber
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