„Belgien leidet, bleibt aber Leader“

Von Thomas Philipp Reiter.

Frustrierender Abend für die Fans der Roten Teufel: In der Qualifikation zur Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland musste Belgien in Brüssel einen Punkt an Griechenland abgeben. Damit bleiben die Roten Teufel Tabellenführer ihrer Gruppe, dicht gefolgt vom gestrigen Gegner. Oder um es mit der italienischen „La Gazetta dello Sport“ zu sagen: „Belgien leidet, bleibt aber Leader“.

Insgesamt war es eine frustrierende Nacht im König-Baudouin-Stadion, der auch viele Deutsche beiwohnten, unter anderem der deutschsprachige Fanclub „Rote Teufel Brüssel“. Erst der gebürtige Antwerpener Romelu Lukaku, der gerade eine Vertragsverlängerung für das angebotene Jahresgehalt von 8,2 Millionen Euro beim FC Everton ausgeschlagen hat, rettete der belgischen Nationalmannschaft mit seinem Ausgleich in der 89. Minute einen Punkt. Nach dem 0:1 für die Gäste in der ersten Minute der zweiten Halbzeit durch Mitroglou sah es über weite Strecken sogar nach griechischer Überlegenheit aus.

Ohne die verletzten De Bruyne und Hazard hatte Belgien vor der Pause nur wenige Chancen. Lediglich Marouane Fellaini war einem Torerfolg zweimal nahe. Zu wenig für eine von den Fans erwartete belgische Dominanz. Hohes Tempo und offensives Talent reichen für die Roten Teufel nicht, wenn es in der Defensive hapert. Ein frustrierter Dries Mertens kassierte noch eine gelbe Karte, nachdem er seinem Gegenspieler Tzavelas an dessen griechische Nase gepackt hatte. Er entschuldigte sich später für seine kindliche Geste. Die Stimmung im Stadion, das neben der Nationalelf derzeit auch der Zweitligist Union Saint-Gilloise des deutschen Clubbesitzers Jürgen Baatzsch nutzt, konnte das jedenfalls nicht retten.

Insgesamt war Belgien nicht agil genug, um den harten Verteidigungsblock der Griechen stören zu können. Die bereits im vergangenen Jahr bei der Europameisterschaft in Frankreich zutage getretenen Defensivprobleme bekam auch der neue belgische Bundestrainer Roberto Martinez bislang offenbar nicht in den Griff. Dessen Vorgänger, das frühere Schalker „Kampfschwein“ Marc Wilmots hat unterdessen alle Jobangebote auch aus der deutschen Bundesliga abgelehnt und ist Nationaltrainer der Elfenbeinküste geworden. Mit seinem Team hat er sein erstes Testspiel vor wenigen Tagen mit 2:0 gegen WM-Gastgeber Russland gewonnen.

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