Ave Maryam

Von H. Döring.

In vielen Teilen Europas und besonders in Belgien mischen sich seit langen Jahren verschiedene Kulturen und Religionen. Sie stehen sich oft fremd gegenüber und wissen gar nicht, wie ähnlich sie sich in vielen Punkten sind. Nehmen wir unsere Weihnachtsgeschichte mit der Geburt Jesu, die eine Gemeinsamkeit zwischen Christen und dem Islam aufweist.

Wer weiss schon, dass auch im Heiligen Buch des Islam, dem Koran, die Geburt Jesu beschrieben wird. Es ist nicht eine so ausgeschmückte Weihnachtsgeschichte wie im Neuen Testament und sie hat es auch nicht in den Rang eines großen Festtages gebracht. Die Geschichte im Koran lautet auch etwas anders als die in unserem Neuen Testament. Aber berichtet wird von Maria (im arabischen Maryam) und ihrem Sohn Jesus. Allerdings wird Jesus nicht als Sohn Gottes, sondern als Prophet erwähnt, als der wichtigste nach Mohammed.

Laut Koran wurde Maria auf Göttlichen Geheiß hin angewiesen, die Stille der Wüste aufzusuchen. Dort schuf ihr Gott einen Bach (Wasser ist in Arabien ein kostbares Gut) bestanden mit Palmen, die Schatten spenden und Nahrung (Datteln) geben sollten. Die Umgebung ist etwas anders als mit Ochs und Esel, den Hirten auf dem Felde, ein leuchtender Stern am Himmel, Weise aus dem Morgenland wie es die Bibel berichtet. Aber eindeutig ist in beiden Überlieferungen, dass es sich bei der Geburt um einen besonderen Menschen handelt, den Allah den Menschen mit einer besonderen Mission geschickt hat.

Auch wenn die Geschichte in beiden Büchern, der Bibel und dem Koran, unterschiedlich erzählt wird, ist der Kern der Aussage doch sehr ähnlich. Es wäre schön, wenn wir Weihnachten auch zum Anlass nehmen würden, Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionsrichtungen wahrzunehmen statt überwiegend Trennendes hervorzuheben.

Es soll ja gelegentlich auch geschehen, dass sich zwei junge Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen verlieben und heiraten und auch Nachwuchs bekommen. Oft gibt es dann bei der Findung des Vornamens Schwierigkeiten. Ist es ein Mädchen, dann würde Aisha bei der älteren Generation der christlichen Linie nicht so gut ankommen und Hilda oder Ute dem muslimischen Zweig nicht vertraut erscheinen. In solch einem Fall wäre der Name Maria eine gute Wahl, denn Maria hat – siehe obige Geburtsgeschichte – in beiden Kulturen einen sehr guten Klang. Maria/Maryam besitzt im Islam ein sehr hohes Ansehen.

Die islamische Version der Geburtsgeschichte findet sich im Koran, Sure 19. Es gibt im Internet gute deutsche Übersetzungen auch mit Kommentaren.

Ein Kommentar

  1. Alfons vann Compernolle schreibt:

    Ich kann Ihnen nur Recht geben !! Das Problem sind wir Menschen selbern , was nicht bedeutet,
    nur die Moslem’s, sondern auch wir sogenannte „Christen“ !
    Einige Menschen aller Konfessionen kennen die „Gemeinsamkeiten“ , andere werden erstaunt sein
    und so hoffentlich darueber Nachdenken , die meisten aber werden leider aus Selbstueberheblichkeit und somit Dummheit , dem Berichterstatter / Erzaehler etc. nach dem Aufzeigen beweisbaren Gemeinsamkeiten, die Pest an den Hals wuenschen und es werden nicht nur Moslems sein sondern auch erzkonservative Christen!

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