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Autobahnen in Belgien sollen nachts dunkel bleiben – jedenfalls zum Teil

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Von Rainer Lütkehus

Mit der durchgehenden fast taghellen Autobahnbeleuchtung in Belgien ist es wegen der Energiepreiskrise vorerst vorbei. Seit dem 21. September wird die Beleuchtung auf den Autobahnen in der Wallonie in den Nachtstunden abgeschaltet. Alles, was den Stromverbrauch reduziere, sei bei der derzeitigen Energiekrise richtig, begründete dies der wallonische Energieminister Philippe Henry.

Zunächst für drei Monate bleiben die Autobahnbeleuchtungen zwischen 21 Uhr abends und fünf Uhr morgens ausgeschaltet. Aber nicht alle. Die Maßnahme betrifft die Laternen auf den Mittelstreifen, soweit sie schon auf die neue LED-Technologie umgerüstet sind; das sind 20.000 von 25.000 Laternen. Bei den  älteren Natriumdampflampen ist eine Abschaltung aus technischen Gründen nicht möglich. Sie sollen aber nach und nach durch LED-Lampen ersetzt werden (die dann abgeschaltet werden können). Autobahnkreuze, Auf- und –abfahrten sowie Baustellen bleiben rund um die Uhr beleuchtet. Soweit dort bereits die neue Technologie installiert ist, wird das Licht um 50 Prozent reduziert (gedimmt). Sobald sich ein Fahrzeug nähert, erhellen sich die Lampen bis auf 70 Prozent ihrer Maximalleistung. Die neue Technologie erlaubt es auch, etwa bei Unfällen die Beleuchtung punktuell einzuschalten.

Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung in der Wallonie ist Teil des Plans „Lumières 4.0“, der sich über 20 Jahre erstreckt. Im Laufe der Zeit sollen insgesamt 110.000 Laternen an Autobahnen und Hauptstraßen auf LED umgestellt werden. 25.000 davon befinden sich auf den Mittelstreifen der Autobahnen (20.000 sind schon modernisiert), 85.000 am Rande von Autobahnausfahrten und an Nationalstraßen (60.000 davon bereits umgestellt).

Etwa 750 der 860 Kilometer des Autobahnnetzes in der Wallonie sind mit Lampen ausgestattet. Keine Laternen gibt es unter anderem auf dem größten Teil der Autobahn E 411 zwischen Namur und Luxemburg.

Im flämischen Landesteil gibt es auf 35 % der Autobahnstrecken keine Beleuchtung, 25 % sind permanent beleuchtet (insbesondere die Ringe von Brüssel und Antwerpen und Autobahnkreuze), auf den restlichen 40 % ist eine „dynamische“ Beleuchtung installiert, die bedarfsgerecht ein- oder ausgeschaltet oder gedimmt werden kann. Vor zehn Jahren war noch das gesamte Autobahnnetz in Flandern beleuchtet.

Eingeführt hatte man die beleuchteten Autobahnen in Belgien vor rund 60 Jahren. Das sollte zu weniger Unfällen führen, was sich aber bislang nicht nachweisen ließ. Belgien besitzt ein sehr gut ausgebautes Autobahnnetz mit einer Länge von 1.756 Kilometern und seine Autobahnbeleuchtung ist einzigartig in Europa. Das zeigen Satellitenbilder aus dem Weltall. Die belgische Straßenbeleuchtung sorgte dafür, dass man von dort ausgerechnet das kleine Belgien nachts erkennen konnte.

Wallonie: https://www.wallonie.be/fr/actualites/extinction-de-leclairage-en-berme-centrale-sur-les-autoroutes-de-wallonie

Flandern: https://wegenenverkeer.be/wegen/openbare-verlichting/lichtvisie-snelwegen

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