Alt werden, Deutsch sprechen

Capture d’écran 2014-06-22 à 18.26.58Wo soll ich im hohen Alter wohnen und wer kümmert sich um mich im Krankheits- oder Pflegefall? Diese Frage stellen sich immer mehr deutsche Ruheständler im Großraum Brüssel. Viele von ihnen können oder wollen nach ihrem Arbeitsleben in Brüssel nicht mehr in ihr Herkunftsland zurückkehren, wollen ihren Lebensabend aber auch nicht unbedingt in einem belgischen „Maison de Repos“ verbringen.

Diesen verunsicherten Leuten kann nun geholfen werden. Ein Projekt aus der Mitte der Deutschsprachigen Evangelischen Kirchengemeinde Brüssel hat inzwischen konkrete Formen angenommen. Bis Anfang 2013 soll eine Deutschsprachige Senioren-Wohnresidenz mit Pflegeeinrichtung bezugsfertig sein. Gedacht ist eine Anlage mit etwa 100 Wohneinheiten zwischen 60 und 120 qm, was einer Gesamtwohnfläche von ca. 7800 qm entsprechen würde. Das Investitionsvolumen dürfte sich auf rund 26 Millionen Euro belaufen, ohne das Grundstück. Ein geeignetes Areal zu einem annehmbaren Preis unweit von öffentlichen Verkehrsmitteln zu finden, scheint in der Tat noch das größte zu lösende Problem zu sein. Dringend gesucht wird ein Areal von mindestens 7500 und maximal 20 000 qm Fläche. Von Seiten der belgischen Kommunen ist offenbar so gut wie keine Unterstützung zu erwarten; sie verweisen an die kommerziellen Maklerbüros im Großraum Brüssel.

Die Umsetzung dieses anspruchsvollen, gleichwohl nötigen Projekts kann naturgemäss nicht von einer Kirchengemeinde besorgt werden. Daher wurde im März dieses Jahres der gemeinnützige Verein „Senior Citizen Residences Belgium vzw“ (Abkürzung s-c-r-b vzw) mit Sitz in Tervuren gegründet. Vorsitzender ist Dirk Schrader, der alle Planungsarbeiten leitet und koordiniert; er ist Mitglied im Presbyterium der Evangelischen Gemeinde. Die Residenz soll konfessionsübergreifend mit christlichem Anspruch sein; sie soll Alleinstehenden und Verheirateten ab dem Vorruhestandsalter offen stehen, die deutsche Sprache ist kein absolutes Kriterium.

Der Trägerverein s-c-r-b wird von der deutschen Unternehmensberatung Accitare und von dem  deutschen Architekturbüro Feddersen unterstützt. Beide sind spezialisiert auf die Beratung und die Zusammenarbeit mit kirchlichen und karitativen Einrichtungen. In naher Zukunft ist ein zweiter Informationsabend mit diesen Beraterfirmen geplant. Wenn die Planungsarbeiten abgeschlossen sind, soll das Projekt auf einen finanzkräftigen und erfahrenen Investor übergehen, der die Wohnresidenz dann auch betreiben wird. Es gibt offenbar schon lebhaftes Interesse an diesem Projekt.

Jetzt geht es zunächst einmal darum, möglichst viele Interessenten zu gewinnen, die einen Beitrag zur Anschubfinanzierung leisten werden. Um Vereinsmitglied zu werden, soll ein Jahresbeitrag von 340 Euro gezahlt werden. Daneben wird von den künftigen Seniorenresidenzbewohnern im derzeitigen Planungsstadium zunächst ein Kapitaleinstiegsbetrag von 5000 Euro erwartet. Das Geld wird auf ein Treuhandkonto eingezahlt, mit 3,5 % verzinst und nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Seniorenresidenz zurückgezahlt.

Die ersten zwanzig Kapitalgeber sollen einen Projektbeirat bilden. Dieser wird den Vereinsvorstand und den Architekten in allen Fragen des Vorhabens beraten, aber er kann auch selbst mitgestalten. Angesichts der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Kommunalverwaltungen im Großraum Brüssel an einer deutschsprachigen Seniorenresidenz kommt der Vereinsvorsitzende Dirk Schrader zu folgender Schlussfolgerung: „Wenn wir ernsthaft eine Lösung für UNS, UNSERE Kreise, UNSERE Freunde suchen, dann bleibt uns letztlich nichts anderes übrig, als die Vorbereitungen selbst in die Hand zu nehmen.“

Offenbar gibt es im Raum Brüssel zahlreiche Deutschsprachige, die sich für das Wohnen in einer solchen Residenz interessieren, die aber noch keine Informationen darüber haben. Daher sollte dieses Projekt unter Deutschen, Schweizern und Österreichern noch mehr bekannt gemacht werden – nicht zuletzt durch die häufig sehr wirksame Mund-zu-Mund-Propaganda.

Interessenten sollten sich wenden an Dirk Schrader, Vestenstraat 5, 3080 Tervuren, Tel. 02-264 21 20 (d), GSM 0475-650756, e-mail: info(at)ececa.eu , internet: www.ececa.eu/s-c-r-bvzw.html

Das sehr detaillierte und übersichtliche Informationsmaterial schließt mit dem Appell: „Unterstützen Sie uns – werden Sie Mitglied!“

 

Autor: Egon C. Heinrich

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