Adieu 1- und 2-Cent-Münzen

Von Sandra Parthie.

Ab dem 1. Dezember sind Einzelhändler in Belgien gesetzlich verpflichtet, Rechnungsbeträge auf die nächsten 5 Cents ab- bzw. aufzurunden. Damit sollen 1 und 2 Cent-Münzen künftig obsolet werden. 

Das heißt: 1 und 2 Cents werden auf 0 Cents abgerundet; 3 und 4 Cents auf 5 Cents aufgerundet; 6 und 7 Cents wieder auf 5 Cents runter- und 8 und 9 Cents auf 10 Cents raufgerechnet.

Das gilt allerdings nur bei Barzahlung. Bei Kunden, die mit Karte zahlen, entscheidet der Händler ob er den exakten Betrag abbucht oder auch rundet. Darüber muss er den Kunden aber informieren. Onlinekäufe sind von der Regelung nicht betroffen.

In den Niederlanden gibt es dieses System bereits seit über 10 Jahren. Finnland hatte bei der Währungsumstellung auf den Euro die 1- und 2 Cents gar nicht erst eingeführt.

In Deutschland war man schon aus D-Mark-Zeiten den Umgang mit kleinem Münzgeld gewohnt, so dass deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher auch lieber betragsgenau zahlen. In anderen Ländern, inklusive Belgien, konnte man sich mit dem kleinen Kleingeld nicht so richtig anfreunden. In einer Studie aus 2018 kam heraus, dass 7 von 10 Konsumenten gut auf die kleinen Münzen verzichten können. Auch im Handel und in der Gastronomie werden sie eher als „Nervkram“ angesehen. Von Befürwortern des Rundungssystems wird darauf hingewiesen, dass gerade 1-Cent-Münzen in der Produktion teurer sind als ihr eigentlicher Nennwert. Da man sie so häufig verliert, müssen sie unverhältnismäßig viel und oft nachgeprägt werden.

Bezahlen kann man mit den noch vorhandenen 1- und 2-Cent-Münzen aber auch weiterhin.

Ex-Finanzminister Kris Peeters, der diese Maßnahme 2014 einleitete, wies in seiner Pressemeldung darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher unter dem Strich nicht schlechter gestellt werden, da ja sowohl auf- wie auch abgerundet wird und es so immer wieder zu einem Ausgleich kommt. Auch die belgische Nationalbank kommt in einer Studie, ebenso wie die EZB, zu dem Ergebnis, dass das Auf- und Abrunden keine negativen ökonomischen Effekte zum Beispiel auf die Inflation hat.

Ein Kommentar

  1. Reinhard Boest schreibt:

    Dann wäre es aber konsequent, endlich auch die Blickfangpreise abzuschaffen und nicht 99,99 € anzugeben, sondern ehrlich 100 €….

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