2019 – Rekordjahr bei der belgischen Stromversorgung

Von Rainer Lütkehus.

Der belgische Übertragungsnetzbetreiber Elia veröffentlichte Anfang Januar seine jährliche Übersicht zum Stand der belgischen Stromversorgung.2019 war offenbar ein Jahr voller Rekorde im Strombereich. 

Elia berichtetet, dass sich die Energieproduktion aus erneuerbaren Energien in Belgien weiter erhöht und im Dezember gar den bisherigen Rekordwert von 16% Deckung des landesweiten Strombedarfs erreicht hat. Elia meldet außerdem, dass der Stromverbrauch in Belgien im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gesunken ist. Wie aus den Zahlen hervorgeht, war Belgien 2019 auch erstmals seit 2009 nicht auf Stromimporte angewiesen, sondern erzielte 2019 sogar einen kleinen Stromüberschuss, den es exportierte. Das war 2018 noch ganz anders. Damals musste das Königreich trotz Einsparbemühungen ein Fünftel seines Stroms importieren, da zeitweise nur einer von insgesamt sieben Kernreaktoren Strom lieferte. Das hat sich 2019 deutlich verbessert. Die Reaktoren lieferten mit 48,8% knapp die Hälfte des belgischen Stroms. Doch das dürfte sich eher als Ausnahmen, denn als Regel erweisen.

Für 2020 wird wieder ein deutlicher Rückgang der Produktion der belgischen Kernkraftwerke erwartet. Der zum französischen Energiekonzern Engie gehörende Stromversorger Electrabel will drei der sieben Blöcke für mehrere Monate aus Modernisierung- und Wartungsgründen vom Netz nehmen. Damit dürfte Belgien im laufenden Jahr wieder zum Nettostromimporteur werden und für seine Energieversorgung auf die Produktion in den Nachbarstaaten zurückgreifen.

Der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien, anderer Energiequellen und grenzübergreifender Stromnetze wird nötig sein, um den für den2025 geplanten Atomausstieg des Landes gewappnet zu sein. Noch ist jedoch unklar, wie genau der Strombedarf in Belgien danach gedeckt werden soll. Denn Elia erwartet, dass der Verbrauch in den kommenden Jahren aufgrund der zunehmenden Technisierung der Gesellschaft steigen wird. So geht der Stromnetzbetreiber davon aus, dass mehr Elektroautos verkehren und elektrische Wärmepumpen eine größere Rolle bei den Heizungssystemen spielen werden.

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