2017 – Das Jahr Magritte

Wegen der strengen Urheberrechte ist dies kein Bild von René Magrittes Pfeife, sondern nur ein Stück aus dem Laden. Die echte „Dies ist keine Pfeife“ (La trahison des images) aus dem Jahr 1929 hängt im Los Angeles County Museum of Art.

Von Sibylle Schavoir.

Der Gründer des belgischen Surrealismus starb vor 50 Jahren, am 15. August 1967. Geboren wurde René Magritte in Lessines am 21. November 1898 in der wallonischen Provinz Hennegau. Sein Vater war Schneider, die Mutter Hutmacherin. So dass man wohl sagen kann, dass er die Liebe zum Malen nicht von seinen Eltern geerbt haben kann. Denn schon mit zwölf Jahren begann der kleine René zu malen und zu zeichnen.

Die bis dahin glückliche Kindheit endete jäh. Ein schwerer Schicksalsschlag traf den Jungen, als er gerade 14 Jahre alt war. Seine geliebte Mutter ertränkte sich in der Sambre. Ein traumatisches Ereignis für das Kind, zumal er mitangesehen hatte, wie seine Mutter aus dem Wasser gezogen wurde. Über ihren Kopf hatte sich das Nachthemd verwickelt. Zeitgenossen behaupteten, daβ Magritte sich durch dieses Trauma später in andere Welten flüchtete. Der Grund, warum seine Mutter sich ertränkte, wurde nie gefunden.

Nach Schulabschluβ studierte René Magritte von 1916-1918 in Brüssel an der Académie des Beaux-Arts. Schon bald orientierte er sich am impressionistischen, kubistischen und später futuristischen Stil, bis er zu eigenen surrealistischen Bildern gelangte. 1927 zieht er nach Paris. Noch im gleichen Jahr findet in der Galerie „Le Centaure“ seine erste Einzelausstellung statt. Sein Stil ist geheimnisvoll. Verwirrend die Konfrontation des Gewohnten mit dem Ungewohnten. Obwohl seine Bilder realistische Darstellungen alltäglicher Dinge zeigen, verändert Magritte Proportionen und Figuren. Er kombiniert reale Gegenstände mit abstrakten Dingen. Bis 1930 spielt er eine bedeutende Rolle in Paris im Kreis der Surrealisten.

Vielerorts in Belgien, besonders jedoch in Brüssel, wo er 1957 in Schaerbeek verstorben ist, wird René Magritte anläβlich seines 50. Todestag geehrt und gefeiert werden. Ausstellungen im Musée Magritte, Brüssel, wird es geben und aus diesem Anlaβ werden die Fenster des Museums Reproduktionen seiner Werke zeigen. Ein sicherlich magisches Bild, wie man sich vorstellen kann und so ganz im Sinne des Künstlers. Am Strand von Knokke-Heist, wo eine 70m lange und 4m dicke Freske des Künstlers das Casino schmückt, wird es vom 30. Juni bis 3. September 2017 futuristisch geprägte Feste geben. Das Atomium wird Ausstellungen organisieren.

Ein Bier namens „Magritte“

Ja, es wird sogar ein Bier namens „Magritte“ geben, welches die bekannte Brüsseler „Brasserie de la Senne“ in Molenbeek St Jean eigens für die Feierlichkeiten, allerdings in nur begrenzter Anzahl (4000 Liter für ca. 12000 Flaschen/33 cl) herstellen wird. Welchen Namen das Bier bekommen wird, bleibt noch geheim. Es ist jedoch schon bekannt, daβ es nicht „Bière de Porc“ heiβen wird, so wie Magritte sein Bild aus dem Jahre 1937 mit einer Flasche Bier und dem berühmten Schweinekopfetikett getauft hat. Aber aufgepaβt: Vielleicht steht auf der Flasche: „Ceci n’est pas une bouteille“ (Dies ist keine Flasche) in Anlehnung an sein berühmtes Bild mit Pfeife mit der Beschriftung: „ Ceci n’est pas une pipe“.

Tags: Magritte, pipe

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