20 Jahre Wien in Brüssel

Unter Kollegen: Freddy Thielemans, ehemaliger Bürgermeister von Brüssel, und Michael Häupl, Bürgermeister von Wien

Unter Kollegen: Freddy Thielemans, ehemaliger Bürgermeister von Brüssel, und Michael Häupl, Bürgermeister von Wien

Von Margaretha Mazura.

Vor 20 Jahren, im Mai 1996, wurde das Wien-Haus in Brüssel eröffnet. Aus diesem Anlass luden die Leiterin des Wien-Hauses, Michaela Kauer, und Michael Häupl, Bürgermeister von Wien, ins Haus an der Avenue Tervuren. Freddy Thielemans, der populäre Brüsseler Altbürgermeister, feierte mit.

„Za wos brauch ma dortn so a Protzi-Hüttn?“ Das war 1996 laut Bürgermeister Häupl, der ja schon damals im Amt war, die Frage aller Fragen. Auf Hochdeutsch heisst das: „Ist es nötig, dort (in Brüssel) so ein protziges Haus zu besitzen?“ Und solche Sprüche kamen durchaus nicht aus der Opposition, sondern aus den eigenen Reihen. Nach 20 Jahren sehen selbst die heftigsten Kritiker den Vorteil eines prestigeträchtien Hauses, um auf EU-Ebene präsent und präsentabel zu sein.

Das Wien-Haus selbst stammt aus dem Jahre 1890 und diente lange Zeit über als Wohnung einer Großbürgerfamilie. Größtes Augenmerk wurde auf die innenarchitektonische Gestaltung des Erdgeschosses, der sogenannten Bel Etage, gelegt, dienen doch die vier aneinandergereihten Räume der Repräsentation Wiens bzw. als Konferenz- und Vortragsräume wienspezifischer Themen. So bietet die Bel Etage für Vorträge etwa 50 Personen Platz, während zu einem Stehempfang etwa die doppelte Menge, also rund 100 Personen, eingeladen werden können. Das ist der Zuschauerraum, aber es gibt dahinter noch sozusagen den Bühnenraum: wenn die Türen zum Garten geöffnet weren und man zwischen Weinreben und unter Schirmen zur Abwehr der Regengüsse netzwerkt, Wein trinkt und gelegentlich eine Zigarette raucht. Auch das gehört zur Wiener Gemütlichkeit.

Nachdem sich die Ansprachen kurz gehalten haben, folgte ein klassisch-musikalischer Genuss eines jungen Streich-Trios, das jedoch mit aller Kraft und gutem Willen gegen den Lärmpegel der plaudernden, tratschenden und schmausenden Festgäste antreten mussten. Das Wetter spielte auch gerade noch mit: nicht zu kalt und vor allem, nicht zu feucht.

Das Dreimäderlhaus

Das Wien-Haus beherbergt auch andere Institutionen mit Wien-Nähe, und wir können es ohne Überteibung das Dreimäderlhaus nennen, denn die Leiterinnen des Wien Hauses, der Wiener Wirtschaftsagentur und der Wiener Stadtwerke sind alle Damen: Michaela Kauer, Susanne Strohm und Elise Schenner. Seit 2011 ist auch das Bugenland dabei. Der Hahn im Korb.

Vor zwanzig Jahren lagen die Arbeitsschwerpunkte auf damals heissen Themen:

  • Wien als Kompetenzzentrum für die EU-Osterweiterung.

  • Förderung der Internationalisierung der Wiener Wirtschaft.

  • Aufbau eines Servicepaketes zur Akquirierung von EU-Förderungen für Wiener Unternehmen.

  • Forcierung städtischer Anliegen im Rahmen der EU-Strukturpolitik.

Wien-Haus: Kontinuierlicher Einsatz für EU-Städtepolitik

Ein wichtiger Vorteil eines Verbindungsbüros in Brüssel ist die direkte Anbindung an das Geschehen in den europäischen Institutionen und verschiedenen Netzwerken. So werden insbesondere der Ausschuss der Regionen, das Städtenetzwerk „Eurocities“, der Zusammenschluss der Regionen mit Gesetzgebungskompetenzen (RegLeg) vom Verbindungsbüro in Brüssel aus betreut.

Das Wien-Haus tritt unter anderem als Botschafter für die Wiener Lebensqualität, die Wiener Kultur und vor allem für erfolgreiche urbane Lösungen „auf Wienerisch“ auf.

„Als Wien nach Brüssel kam, da wurden Städte auf EU-Ebene ja nicht einmal wahrgenommen. Dabei sind wir bürgernah. Da hat Frau Eva Pretscher viel geleistet“ erzählt Michael Häupl in seiner Ansprache.

Von den Massen umringt

Bürgermeister Häupl war natürlich umringt von den Massen: Ehrengäste wie die beiden österreichischen Botschafter, Walter Grahammer und Jürgen Meindl, der ehemalige Brüsseler Bürgermeister Freddy Thielemans, der Parlamentspräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft, Karl-Heinz Lambertz, Europa-Abgeordnete, der ehemalige Wien-Haus Leiter Wolfgang Müller (der allererste) und Eva Pretscher (die zweite), sowie jede Menge Wien-Haus-Groupies, die oft schon seit dem Anfang dabei waren und mit dem Wien-Haus älter wurden.

Aber eine Frage konnte ich Bürgermeister Häupl doch schnell stellen: ”Was ist der Schwerpunkt für die nächsten 20 Jahre?” – und die Antwort war sehr in der Linie des Wien-Hauses, das, wie er in seiner Anfangsrede sagte, dazu beigetragen hat, dass Städte zu einem europäischer Thema wurden: “Wir müssen die Investitionsfähigkeit der Städte wieder herstellen”. Ein politisches, wirtschaftliches und nicht zuletzt soziales Postulat, das nicht nur für “Wien la Rouge” gilt. Wir – Wiener, Österreicher, Nicht-Wiener, Nicht-Österreicher – freuen uns auf die nächsten 20 Jahre!

Der Foto-Film zur Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=w6_eCwxxwao

Brochuren zum Wien Haus gibt es auf:

https://www.wien.gv.at/wienatshop/Gast_bestellservice/Start.aspx?Artikel=285653

Als pdf zum Runterladen:

http://www.wien.gv.at/wirtschaft/eu-strategie/pdf/wien-haus-folder.pdf

Mehr Info:

Michaela Kauer, MBA
Leiterin des Verbindungsbüros der Stadt Wien zur EU
Telefon: +32 2 743 85 01
E-Mail: michaela.kauer@wien.gv.at

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.