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1500 neue Bücher aus Baden-Württemberg

Von Egon C. Heinrich

Großen und kleinen deutschsprachigen Leseratten sei ein Besuch in der EU-Vertretung des Landes Baden-Würrttemberg in der Rue Belliard 60-62 heiß empfohlen. Dort werden bis zum 02. Juni rund 1500 im vergangenen Jahr in diesem Bundesland neu erschienene Bücher präsentiert. Es ist schon das 13. Mal, dass sich Verlage und Autoren aus dem „Ländle“ in Brüssel vorstellen. Dabei wird für jeden Geschmack und jedes Alter etwas geboten. Bücher über Malta und Estland sind reichlich vertreten, weil diese beiden EU-Länder in diesem Jahr die halbjährliche EU-Ratspräsidentschaft inne haben.Ein Verkauf von Büchern findet in der Vertretung nicht statt.

Die Bücher sollen vielmehr in den Buchhandlungern bestellt und gekauft werden. Diese Empfehlung gab jedenfalls der Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Verleger Thomas Lindemann, in seiner Eröffnungsrede. Nach seinen Worten bleibt der stationäre Buchhandel der wichtigste Vertriebsweg für Bücher, Hörbucher und E-Books in Deutschland. Auf den Buchhandel entfielen rund 46 % des Branchenumsatzes, wobei er allerdings einen Rückgang von 3,4 % hinnehmen musste. Der Buchverkauf über das Internet zeigt erwartungsgemäß eine leicht steigende Tendenz und erreichte 17,4 %. Insgesamt hat der Buchhandel in Deutschland im Jahre 2016 einen Umsatz von 9,2 Mrd. Euro erzielt.

Die Vorzüge des stationären Buchhandels

Verleger Lindemann lobte in diesem Zusammenhang die unbestreitbaren Vorzüge des traditionellen Buchhandels: Kundenorientierung, persönlicher Kontakt mit kompetenter Beratung und das Einkaufserlebnis vor Ort. Nach seinen Angaben zeigen Umfragen, dass viele Menschen noch immer gerne lesen. In Deutschland stehen dabei das Internet, Zeitungen und Zeitschriften noch immer an ersten Stelle: das Lesen von Büchern rangiert auf Platz 15 unter 60 „Freizeitbeschäftigungen“. Fast 10 % der Deutschen ab 14 Jahren lesen häufig Bücher nach Feierabend, 28 % tun dies gelegentlich und ebenfalls 28 % selten., 24 % lesen nie. Ähnlich dürften die Zahlen auch in den anderen westlichen Ländern sein.

Seinem badischen Landsmann und Luther-Freund Philipp Melanchthon Reverenz erweisend, war Verleger Lindemann zu seiner Rede im Outfit eines Humanisten aus der Zeit der Reformation erschienen. Er stellte seine Rede dann auch unter das Motto „Ad fontes – zu den Quellen“, was von Erasmus von Rotterdam im Jahre 1511 gefordert worden war. Auch Luther hatte sich bei seiner Bibelübersetzung daran gehalten. Damt ist gemeint, dass man beim Studium und in den Wissenschaften immer zuerst auf die originalen Quellen zurückgreifen soll.

Melanchthon auf dem Fahrrad

Welche Faszination vom gesprochenen und gesungenen Wort ausgehen kann, demonstrierten am Eröffnungsabend dann die vier ujungen Mitglieder der „Akademie für gesprochenes Wort“ aus Stuttgart. Sie boten ein heiter-nachdenkliches Programm um Philipp Melanchthon und den Erfinder des Zweirads, Karl Drais aus Karslruhe. Seine „Draisine“ war bekanntlich die Vorläuferin des Fahrrads. Beide stünden für Erneuerung und Erfindung im deutschen Südwesten, heißt es im Programmheft zu „Melanchthon auf dem Fahrrad“. Zwischen diesen beiden berühmten Badenern liegen immerhin so an die 300 Jahre.

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