„100 Orte in Belgien“ – und mehr

Von Rudolf Wagner.

Rolf Minderjahn kennt Belgien wie seine Westentasche. Die Ortschaften, die Kneipen und Speiselokale, die Kunststätten: es ist immer eine Freude, seine punktgenauen Schilderungen „abzulaufen“ und seinen Vorschlägen zu folgen. wenn man neue Eindrücke sucht und sie vielleicht auch mit Freunden teilen möchte.

Rolf Minderjahn

Seine neue, kenntnisreiche Schilderung von „100 Orten in Belgien“ beginnt mit „Bühnen der Lebensart“, mit Belgiens grandiosen Brasserien. Wer trinkt, muss auch essen. Alle reden von Fritten, auch Minderjahn, aber er widmet die ersten Seiten des Reiseführers Chicorée, Carbonnaden, Lütticher Fleischklößen („bulets liègeois“), Ardenner Schinken, und dann erst auch – den Fritten. Wie recht er hat!  

Hundert Orte in Belgien Rolf Minderjahn Grenzecho Verlag, Eupen 15 Euro

In wenigen Tagen, beim Karneval in Binche, können die Besucher nachprüfen, ob Minderjahns Schilderung dieses belgischen Eckpfeilers aus dem Kanon des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO zutrifft. Das Katzenwerfen in Ypern findet in diesem Jahr dagegen nicht statt, auch wenn es nur Plüschtiere sind, die alle drei Jahre vom 70 Meter hohen Glockenturm des Belfrieds geworfen werden. Wer an die Geschichte dieses Brauchs denkt, den schaudert es. Deshalb schnell ein Schwenk zu einem der schönsten Tierparks Europas, Pairi Daiza, mit seinen Pandas und Elefanten, der in der weiteren Umgebung von Mons liegt und jährlich Tausende von Bewunderern anzieht.

Es gibt unter Minderjahns Besuchstipps viele, die auch für Belgienkenner neu und interessant sind. Jedenfalls ist es nützlich, das Buch zumindest durchzublättern und darin Anregungen zu suchen. Dass Charleroi unter den 100 Orten in Belgien mit neuer Aufmerksamkeit bedacht wird, ist angemessen und lobenswert; immer mehr Reisegruppen zieht es dorthin.

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