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03. September 2010

Frisch frittiert

Bart De Wevers Partei NVA, die als größte flämische Partei bei den letzten Wahlen abgeschnitten hat und auch im föderalen Parlament die größte Fraktion stellt, leidet an Mitarbeitermangel. Unter dem Spruch „Schaffe zusammen mit der NVA ein starkes Flandern“ werden jetzt bis zu 84 Mitarbeiter per Zeitungsanzeigen gesucht. Normalerweise sind solche Jobs in Belgien sehr ertragreich. Es wird allerdings auch vorausgesetzt, dass man voll und ganz mit der Ideologie der Partei übereinstimmt.

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18. August 2010
Bart De Wevers Partei NVA, die als größte flämische Partei bei den letzten Wahlen abgeschnitten hat und auch im föderalen Parlament die größte Fraktion stellt, leidet an Mitarbeitermangel. Unter dem Spruch „Schaffe zusammen mit der NVA ein starkes Flandern“ werden jetzt bis zu 84 Mitarbeiter per Zeitungsanzeigen gesucht. Normalerweise sind solche Jobs in Belgien sehr ertragreich. Es wird allerdings auch vorausgesetzt, dass man voll und ganz mit der Ideologie der Partei übereinstimmt.
08. August 2010
Die Hälfte der belgischen Motorradfahrer hat keinen Führerschein. Zu dieser Feststellung kommt der flämische Automobilclub VAB. Dies sei auch der Grund für die zahlreichen schweren Unfälle in den letzten Monaten. Im Jahr 2009 wurden 14.764 neue Motorräder eingeschrieben. Allerdings hatte nur gerade etwas mehr als die Hälfte der Besitzer, nämlich 7.732, den erforderlichen Führerschein A. Der Automobilclub nennt so etwas „Spiel mit dem Leben“.
23. Juli 2010
Die scheidende Regierung Leterme musste jetzt neue und erkennungssichere Kfz-Nummernschilder nach der EU-Norm gutheißen. Wissenschaftlich gesehen sind schwarze Nummern und Buchstaben auf gelbem Grund die beste Lösung. Aber weil dies die Farben Flandern sind, wie der schwarze Löwe auf gelbem Grund, lehnten die wallonisch-frankophonen Regierungsmitglieder eine solche Kombination ab, die bereits in 3 EU-Ländern gültig ist. Nun bleibt alles wie bisher in Belgien, rot auf weiß. Der Automobilclub Touring kommentierte, Politik habe mal wieder Vorrang vor der Sicherheit.
05. Juli 2010
Eine von den flämischen Sozialisten veranlasste Untersuchung des Zustandes der Toiletten im Brüsseler Metro-Netz, deren Ergebnisse zu Beginn des belgischen EU-Vorsitzes bekannt gegeben wurde, ergab zum Himmel stinkende Ergebnisse. So haben 55 von den insgesamt 66 Metrostationen überhaupt keine Toiletten. Wo es sie gibt, schließen sie um 7 Uhr abends, mit Ausnahme der Station Nordbahnhof. Dies alles fördert neben dem Wildpinkeln auch andere unhygienische Zustände. So konstatierten die Untersucher in 23 Stationen einen penetranten Uringestank, in anderen kam noch Geruch nach Essen hinzu.
27. Juni 2010
Ist es wirklich wahr, dass sich Ostbelgien bei fortgesetzter belgischer Staatskrise dem Staat Luxemburg anschließen würde? Jetzt wissen wir: Nein und abermals Nein! Wer in diesen Tagen durch Eupen und Umgebung fährt, reibt sich die Augen. Überall Deutschland-Fahnen! Die deutschsprachig-belgischen Fußballfans lassen sich aber nicht als Spätheimkehrer einordnen. „Wenn Belgien bei der WM dabei wäre, würden wir natürlich den Roten Teufeln zujubeln“, sagen sie.
10. Juni 2010
Wer auch immer sich nach den Wahlen im Amtssitz des Premiers an der Rue de la Loi/Wetstraat breit machen wird, der hat mit Verdunkelungsphasen zu rechnen. Die neusten und dem Vernehmen nach teuersten belgischen Straßenlaternen stehen dort, 7.300 Euro per Stück ohne MwSt. Sie sind nur gut 5 Jahre nach ihrer Installation schon vom Rost befallen. Analog zum bekannten Spruch über das Bild mit der Pfeife, die keine Pfeife sei, dürfte sich auch hier bald ein Spruch wie: „Eine Laterne ist nicht zum Leuchten da“ als belgisch-surrealistisches Faktum erweisen.
06. Juni 2010
Wer wird die Wahl vom 13. Juni entscheiden? In Deutschland leben momentan insgesamt 21.831 Belgier. Im Rechtsgebiet des Konsulats in Köln, das für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland zuständig ist, leben 14.581 Belgier. Im Rechtsgebiet der Belgischen Botschaft in Berlin, das die übrigen Bundesländer verwaltet, sind 7.250 belgische Landsleute registriert. Das reicht wohl nicht, um die belgischen Nationalisten in Schach zu halten.
30. Mai 2010
Rechtzeitig vor den Wahlen am 13. Juni lässt sich noch ein gutes Werk tun. Um die allfällige belgische Staatskrise zu entschärfen, sind die Belgier, aber auch Ausländer aufgefordert, ihre Familien zu erweitern. Wer will, kann einen Flamen adoptieren. Oder einen Wallonen. Weil es schnell gehen muss, bitte übers Internet ordern: www.adopteunflamand.be oder entsprechend adopteereenfranstalige. Flamen scheinen sich (noch?) bei der Einschreibung in der Minderheit zu befinden. Mögliche Familienkräche sind jedenfalls auf den 14.6. zu verschieben, bitte.
15. Mai 2010
Nä, isses denn: „Immer mehr Belgier sind Ausländer“ titelte gerade flanderninfo.be, und wer jetzt glaubt, dass hier die Flamen die Wallonen meinen (oder umgekehrt), irrt sich. Es geht um die Wurzeln, um die sozusagen belgischen Schimanskis, denn sonst würde man sich ja doch sehr wundern müssen, dass zum Beispiel in Sint-Joost-ten-Node 96,2 Prozent Ausländer wohnen. Die Moral von der Geschichte: Irgendwie haben wir eben alle einen Migrantenhintergrund.
06. Mai 2010
Die Leute vom französischen Fernsehkanal TF1 können einem Leid tun. Da haben sie über die belgische Regierungskrise berichtet und im Hintergrund eine Karte gezeigt, auf der Flandern in den Süden und die Wallonie in den Norden und Brüssel irgendwie nach links oben verschoben erschienen. Unfassbar. Belgien, der unbekannte Nachbar. Alle Journalisten sind blöd. Wir wussten das ja schon immer.
02. April 2010
Ein buntes Osterei bekommt Hilde Crevits von ALICE, einer Aktionsgruppe für gleiche Ämterverteilung zwischen Männern und Frauen. Die flämische Ministerin für Verkehr und Öffentliche Aufgaben beschäftigt 53 Prozent Frauen in ihrem Kabinett. Wohnungsbauministerin Freya Van den Bossche hingegen kommt nur auf 21 und der Minister für Unterricht und Chancengleichheit, Pascal Smet, macht mit 29 Prozent weiblicher Mitarbeiterinnen ebenfalls einen schlechten Eindruck, obwohl gerade er ein Vorbild sein müsste. Von den anderen wird erst gar nicht gesprochen.
25. März 2010
In Charleroi will ein Bankier die städtische Renovierungsprämie für sein Haus nicht zurückzahlen. Er war drei Mal überfallen worden und ist deshalb inzwischen umgezogen, seine Prämie aber verlangt eine 10jährige Wohnzeit. Wer in einem schönen Haus wohnt und mit einem Jaguar fährt, darf sich nicht wundern, wenn er überfallen wird. So lautete das Urteil der zuständigen Richterin. Der Mann geht in Berufung…
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