Mitten im Herzen von Brüssel, am Grand Sablon, dort, wo sich eine Fülle hervorragender Kunstgalerien, moderne Boutiquen, Antiquitätengeschäfte und exzellente Restaurants befinden, erhebt sich ein kulinarischer Esstempel in die atemberaubende Skyline. Der „Tour d´y Voir“ ist zweifellos eines der typischsten Restaurants in Brüssel, zumindest was seine Architektur, Alter und Küche anbetrifft.
Das Gebäude, von dicken Mauern des 15.Jahrhunderts umgeben, erinnert auf den ersten Blick an einen ehemaligen Kerker. Bruno Landana, neuer Besitzer und gleichzeitig Koch, erinnert lieber daran, dass das im ersten Stock liegende Restaurant im 18. Jahrhundert eine Kapelle war, in der angeblich Papst Clément betete. Wie dem auch sei. Im Vorjahr übernahm Bruno das bekannte Restaurant und verwöhnt nun die internationalen Gäste mit seiner innovativen Küche.
Bruno ist kein Unbekannter auf dem illustren Grand Sablon. Seit zehn Jahren arbeitete er unter der Direktion von Pascal Anciaux im „Tour d´Yoir“, bevor er das Restaurant vor einem Jahr in eigener Ägide übernahm. Vor einigen Jahren wurde das architektonische Meisterwerk, dessen Mauern unter Denkmalschutz stehen, liebevoll restauriert.
Authentische Strukturen in modernem Stil
Es versteht sich von selbst, dass beim Umbau historische Elemente erhalten blieben. Der Versuch, authentische Strukturen mit einem klassischen, zeitgemäßen Stil zu kombinieren, ist hervorragend gelungen. Voller Magie und Fantasie ist das Dekor, das bei schummriger Beleuchtung zum optimalen Erblühen kommt. Dabei verleihen die nackten, naturbelassenen Ziegelmauern, dem Restaurant einen ganz besonders historischen Charme.
So beeindruckend das relaxende Ambiente ist, so beeindruckend ist alles, was im Tour d´y Voir auf den Tisch kommt. Jeden morgen deckt sich Bruno auf den umliegenden Gemüse-Märkten mit Frischprodukten ein. Das kann man bei dem Menü „Surprise“ (40 Euro) dem Prestigemenü (50 Euro), und allem was auf der Speisekarte steht, herausschmecken. Da nach meiner kurzen Mittagspause viel Arbeit auf mich wartet, verzichte ich schweren Herzens auf ein volles Menü und entscheide mich für ein Steak (20 Euro), das mir auf der Zunge zergeht. Mit einer Sabayon und einem Cappucino beende ich meinen Abstecher in den „Tour d´y Voir“, ein Restaurant mit Stil, Qualität und einem atemberaubenden Ambiente, das sein Geld wert ist.
Info. Restaurant Tour d`y Voir
Place du Grand Sablon, 8-9
1000 Brüssel
Tel 02 511 40 43
