Bruessel-Guide
05. Juli 2008
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Von Eupen nach Peking!

DFB-Damen sichern EM-Teilnahme vorzeitig

Von Helene Wirkus

Jubel bei den deutschen Fußball-Frauen: Mit dem klaren 5:0-Sieg setzten sich die Weltmeisterinnen im sechsten Qualifikationsspiel gegen Belgien durch und haben sich nun vorzeitig ihre Teilnahme an der EM gesichert – mit maximaler Punktzahl in ihrer Gruppe und nur einem Gegentor. Glückwunsch zu diesem Erfolg!

 

Das Spiel am 7. Mai in Eupen war aber alles andere als spannend. Ein kleines, von etwa 3000 Zuschauern besuchtes Stadion mit hartem Boden vermittelte eher die Atmosphäre eines Regionalligaspiels. Und die deutschen Favoritinnen mussten sich zunächst sehr anstrengen, die nur auf „hinten dicht machen“ und Defensive ausgerichteten Belgierinnen über die Flügel zu treffen. In der ersten Halbzeit gelang dies nur einmal trotz mehrfacher Torchancen. Auch die dreifache Weltfußballerin Birgit Prinz hatte bei zwei guten Chancen kein Glück und wird enttäuscht sein, in diesem Spiel kein Tor gemacht zu haben.

 

Die Belgierinnen - obwohl auf Platz zwei der EM Qualifikationsgruppe, und nach guten Spielen gegen die Schweiz und Holland - waren gegen die deutschen Damen einfach chancenlos. Sie versuchten von Anfang an lediglich die Höhe des Verlustes zu begrenzen. Nur ein oder zwei Torszenen brachten die deutsche Torhüterin Nadine Angerer kurz ins Bild.

 

Die amtierenden Weltmeisterinnen waren allerdings nicht nur den Belgierinnen zu stark und zu schnell, auch die Schiedsrichterassistentinnen hatten ihre liebe Mühe mit dem deutschen Tempo, was sich durch späte und zweifelhafte Abseitsentscheidungen zeigte.

 

Aufgedreht mit Zwanziger und Botschafter

 

In der zweiten Hälfte drehten die deutschen Damen, die seit zwei Monaten nicht mehr miteinander angetreten waren, richtig auf. Bei den Belgierinnen, die vor allem in der zweiten Halbzeit kaum aus der eigenen Hälfte kamen, setzte Femke Maes zumindest einige Akzente. Alles in allem gelang dem deutschen Team ein hochverdienter Sieg durch Tore von Kerstin Garefrekes und Conny Pohlers (je zwei Tore), und Linda Bresonik in der 79. Minute mit dem Abschlusstor.

 

DFB-Präsident und Frauenfußball-Edelfan Theo Zwanziger war nicht der einzige Promi-Zuschauer beim Spiel in Eupen. Auch der deutsche „bilaterale“ Botschafter Prof. Dr. Reinhard Bettzuege war mit seinen diplomatischen Helfern dabei, die auf diese sportliche Weise ihren jährlichen Betriebsausflug krönten. Tagelang hatte man zuvor gemeinsam auf den Botschaftsfluren die passenden Jubel-Transparente gefertigt.

 

Olympisches Gold

 

Bundestrainerin Silvia Neid kann sich nun voll auf die nächste Herausforderung konzentrieren: Eine Auswahl von 16 Feldspielerinnen für Olympia zusammenstellen. Bei einem Spiel an jedem dritten Tag und schwierigen klimatischen Bedingungen dürfen nur die fittesten mit nach Peking. Kritisch wird dies für Renate Lingor, eine wertvolle Stammspielerin, die nach einer Schulterverletzung und Operation nun in der Reha alles daran setzt, in den nächsten sechs Wochen zum höchsten Niveau zurückzufinden. Besonders wertvoll sind für das Team auch Spielerinnen, die auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden können.

 

Die besonders heikle Frage stellt sich bei den Torwärterinnen: Neid muss sich für eine Nr.1 entscheiden, aber wird die Nr.2 dann schicksalsergeben auf der Reservebank sitzen wollen? Angerer oder Rottenberg? Erinnerungen an das zähe Ringen bei den deutschen Torhütern Kahn und Lehmann werden wach. Hoffen wir, dass die Entscheidungen, die Silvia Neid zu treffen hat, von allen unterstützt und mitgetragen werden. Dann kann sich die deutsche Auswahl auf ihr Ziel konzentrieren: Nach einer Bronze-Medaille bei den letzten Spielen wird nun die Teilnahme am Endspiel anvisiert. Also: Go for Gold!

 

Fotos: Kai Achim Tomzig

 

Die Highlights des Spiels auf der Website des DFB:  http://tv.dfb.de/index.php?view=494

Erstellt oder aktualisiert am 08. Mai 2008.

 
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