11. März 2010

Frisch frittiert

Es war zu erwarten, aber es ist bitter: Belgien hat keine einzige Medaille bei den Olympischen Spielen ergattern können. Der Eisschnellläufer Bart Veldkamp, Bronze über 5000 Meter in Nagano 1998, ist der letzte belgische Edelmetallträger. Seppe Smits, Snowboarder, konnte diesmal nicht antreten – auf ihm liegen nun alle Hoffnungen, dass Belgien in Sotschi besser abschneidet als in Vancouver.

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Aus Liebe zum Buch

DIX-Verlag stellt sich in der Deutschen Schule Brüssel vor

Von Silke Grammatikos

Es gehört schon eine ordentliche Portion Mut dazu, angesichts der jährlich rund 90 000 Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt den Schritt zu wagen, einen eigenen Verlag zu gründen. Diesen Mut – und die dazugehörige Ausdauer, Geduld und Hartnäckigkeit – hat Frau Dr. Elke Fettweis bewiesen. In der internationalen Deutschen Schule (iDSB) in Brüssel präsentierte sie die ersten 15 im Jahr 2009 erschienenen Titeln ihres neuen DIX-Verlages.

Zunächst stand eine Autorenlesung des Krimiautors Ditmar Doerner für die 9. Klassen auf dem Programm, die zurzeit das Genre Kriminalroman im Unterricht behandeln. Ganz spontan wurde das Programm erweitert um die Vorstellung von drei Kinderbüchern aus der Reihe „Weltreise“ für die 3. und 4. Klassen der Grundschule. Während also in der Oberschule ein Mord in einem verschneiten, von der Außenwelt abgeschnittenen Dorf geschah, las Tanya Wittal-Düerkop, Kunstlehrerin an der iDSB und langjährige Freundin der frischgebackenen Verlegerin, aus dem Nordseeabenteuer von Svenja und Lena vor.

 

Korrekturlesen

Im Anschluss stellte sich die Verlegerin den vielen Fragen der Schüler und berichtete über die Entstehung eines Buches – vom ersten Lesen und Beurteilen eines Manuskriptes über die vielen Korrekturlesungen bis hin zu den „Dummys“ der Druckerei, um das passende Papier auszusuchen. Bei etwa sechs täglich eingehenden Mauskripten kommt die Verlegerin, so schien es den Kindern, aus dem Lesen gar nicht mehr heraus.

Kaum war die letzte Frage beantwortet, eilte Fettweis über die Straße in die Oberschule, um ihrem Krimiautor zur Seite zu stehen. Der hatte inzwischen den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen vom Leben und Dasein als Autor berichtet. Und dabei wohl so einige ernüchternde Einblicke gewährt. Denn leben kann fast kein Autor des DIX-Verlages ausschließlich vom Schreiben, das bleibt vielmehr ein Nebenverdienst.

 

Buchpreise unverändert

Und auch Frau Dr. Fettweis erstaunte mit ihren Zahlen die Schüler: etwa 50 Prozent des Geldes, das ein Buch einbringt, geht für Produktionskosten, Lagerkosten, Grossisten und Buchläden drauf. Und obwohl seit Einführung des Euro fast alles teurer geworden ist – der Buchpreis bleibt seit Jahren gleich: Was damals 39.80 DM kostete, gibt es heute für 19.90 Euro. Und noch eine Zahl: im Durchschnitt zahlen die Deutschen nicht mehr als 9 Euro für ein Buch. Denn, so Fettweis, für viele dürfe Kultur möglichst nichts kosten – und wer Geld damit verdienen möchte, ernte so manchen kritischen Blick.

Warum also, fragten die Schüler, hat Frau Fettweis diesen Schritt gewagt und einen eigenen Verlag gegründet? Aus Liebe zum Buch, kommt die klare Antwort. Aufgewachsen zwischen Büchern und lange im journalistischen Bereich tätig, habe sie schließlich eine Idee, die schon vor Jahren in ihr zu reifen begonnen hatte, in die Tat umgesetzt.

Auf der Verlags-Homepage antwortet sie auf die selbstgestellte Frage: Warum noch ein Verlag? Weil es immer noch Geschichten gibt, die man sonst nirgends findet, und hervorragende Autoren und brillante Illustratoren, die noch niemand kennt.

 

Fotos: Tanya Wittal-Düerkop

Erstellt oder aktualisiert am 28. Januar 2010.

 
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