Ein Abstecher nach Brügge ist eine Reise in eine andere Zeit. Im „Venedig des Nordens“ säumen Kirchen, backsteinerne Patrizierhäuser und malerische Beginenhöfe Kanäle und Straßen, stolze Zeitzeugen vergangener Jahrhunderte. Mitten in der historischen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, steht das 5-Sterne-Hotel Kempinski „Dukes’ Palace“ mit seinem Restaurant „Manuscript“, das auf elegante Weise die traditionelle belgische Küche interpretiert.
Die Hotelgruppe Kempinski, zu der weltweit mehr als 60 individuelle Luxushäuser zählen, hatte das Schloss aus dem 14. Jahrhundert nach einer gründlichen Restaurierung und Renovierung im vergangenen Jahr wiedereröffnet. 1396 erstmals urkundlich erwähnt, hat es eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es war zunächst im Besitz der Grafen von Flandern, dann der Herzöge von Burgund gewesen. Nach dem Tod von Maria von Burgund 1481 wurde von der Residenz nicht mehr viel Gebrauch gemacht und Stück um Stück der Domäne verkauft. Seit dem 17. Jahrhundert nutzten verschiedene Orden den Prinsenhof als Kloster. Seit 1983 steht das Schloss unter Denkmalschutz. Im Jahr 2004 reichte die deutsche Luxushotelkette Kempinski die Baupläne zur Errichtung eines Fünf-Sterne-Hauses ein. Am 29. April 2008 öffnete das „Dukes’ Palace“ seine historischen Türen.
Historisches Erbe, liebevoll restauriert
„Der Palast ist nicht nur mit hohem finanziellen Aufwand, sondern mit viel Liebe zum historischen Detail renoviert worden,“ erklärt mir Philippe De Meyer, der General Manager des Kempinski, während ich im „Manuscript“ das geschichtsträchtige Flair des Ortes auf mich wirken lasse: Originalgemälde, Ornamente, Stuckaturen, Schnitzereien sind wiederhergestellt. Ein ganzes Jahr lang, sagt De Meyer, wurden die Bauarbeiten unterbrochen, weil man auf historische Funde stieß.
Die Speisekarte im „Manuscript“ erinnert glücklicherweise nicht an das frugale Mahl der Nonnen, die in diesem Gebäude 200 Jahre lang der Askese frönten, sondern eher an die opulenten Mahlzeiten der burgundischen Herzöge. Handgeschälte Krabben aus Nieuwpoort, in Butter gebratene Nordseezunge, Flämischer Eintopf, Austern aus Zeeland, Ravioli von Waldpilzen mit Parmesanschaum, ein Couscous mit getrockneten Früchten und vegetarische Gerichte stehen zur Wahl. Ich vertraue der Weisheit des Küchenchefs Ivan Verhaeghe und wähle das Drei-Gang Menü zu 35 Euro: Gebackene St. Jakobsmuscheln mit roter Beete, Taube auf Spitzkohl mit grünen Linsen sowie ein Dessert, das aus einer bitteren Schokoladencreme und Vanilleeis besteht. Dazu gibt es einen Saint-Emilion.
In diesem Kempinki-Restaurant der (historischen) Extraklasse muss man kein Hotelgast zu sein, um für 24 Euro (zwei Gänge einschließlich Kaffee oder Tee) lunchen zu können. Bestätigt wird mir dies von Ivan Verhaeghe persönlich, der im Hotel „La Reserve“ für kulinarische Highlights sorgte, bevor er als Küchenchef zum „Dukes’ Palace“ ging. Seit Juli 2009 gehört er zum Kempinski Team und stellt vielen Vorurteilen zum Trotz unter Beweis, dass man in diesem exklusiven Fünf-Sterne-Hotel in Westflandern zu mehr als erschwinglichen Preisen wie Gott in Frankreich essen kann. Oder besser: Wie die Herzöge von Burgund.
Info:
Kempinski Hotel Dukes´ Palace
Prinsenhof 8
B-8000 Brügge, Belgien
Tel. 0032 50 447 888
E-Mail reservations.bruges(at)kempinski.com











