11. März 2010

Frisch frittiert

Es war zu erwarten, aber es ist bitter: Belgien hat keine einzige Medaille bei den Olympischen Spielen ergattern können. Der Eisschnellläufer Bart Veldkamp, Bronze über 5000 Meter in Nagano 1998, ist der letzte belgische Edelmetallträger. Seppe Smits, Snowboarder, konnte diesmal nicht antreten – auf ihm liegen nun alle Hoffnungen, dass Belgien in Sotschi besser abschneidet als in Vancouver.

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Einmal Namur und zurück

Auf den Spuren eines bayerischen Kurfürsten

Von Egon C. Heinrich

Kurfürst Maximilian-Emanuel von Bayern hat von 1711 bis 1714 die Grafschaft Namur und das Großherzogtum Luxemburg regiert. In beiden Regionen hat er als Mäzen historische Bauwerke, aber auch hohe Schulden hinterlassen.

Auf den Spuren dieser Hoheit wandelte die Belgisch-Bayerische Gesellschaft (BBG) am 6. Juni 2009 bei einem Ausflug nach Namur. 46 Teilnehmer trafen sich bereits um 10 Uhr vor dem innen sehr modernen, außen in der alten Fassade erstrahlenden Bahnhof der Hauptstadt der Wallonie. Zu Fuß wurde dann zuerst der neuere Teil der Stadt mit seinen Patrizierhäusern (Hôtels de maître) und Plätzen aus dem 19. und 20. Jahrhundert erwandert. Anschließend beeindruckte die Altstadt mit bescheidenen Häusern und engen Gassen. Darf man unserer Stadtführerin glauben, so war Namur immer eine relativ reiche Stadt der Kaufleute und Selbständigen. Sie benutzten ihre großen Häuser auch als Warenlager.


Erdbeeren aus Wépion

Namur ist vor allem geprägt durch die Verwaltungsbehörden der Wallonie und durch die Universität. Heute ist Namur auch das kommerzielle Zentrum der Region. Davon erhielten die Besucher an diesem Markttag. Auf allen großen Plätzen und in vielen Straßen reihte sich ein Stand an den anderen, meist Obst, Gemüse, Pflanzen und Nahrungsmittel aus der Region anbietend. Dabei dominierten die Erdbeeren aus dem Nachbarort Wépion, wo die besten dieser Früchte herkommen sollen.

Auf dem Stadtrundgang wurde uns auch ein gut erhaltener Turm gezeigt, der heutige Justizpalast, die ehemalige Residenz Max Emanuels. Besonders beeindruckt waren wir vom „Musée Groesbeeck de Croix“. Diese Adelsfamilie ließ ihr Patrizierhaus mit französischem Garten zwischen 1751 und 1753 erbauen. Es besticht durch seine Architektur und seine Sammlungen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Die Innenräume atmen noch deutlich die Atmosphäre einer Adelsfamilie im 18 Jahrhundert. Da sahen wir ein Porträt von Vivien, das Max Emanuel darstellt. Münzen mit dem Profil Max Emanuels konnte man in einer Vitrine betrachten.

Das Mittagessen wurde dann in dem Restaurant „Les Tanneurs“ serviert. Dieses befindet sich ebenso wie das Hotel und Edelrestaurant „L`Espièglerie“ in einem Backsteingebäude aus dem 17. Jahrhundert. So gestärkt konnten wir die Bootsfahrt auf der Maas antreten. Diese führte uns zunächst durch eine Schleuse und dann etwa 10 Kilometer flussaufwärts bis nach Wépion. Am Flussufer liegt dort das wohl einzige ausschließlich der Erdbeere reservierte Museum in der Welt. Bei kühlem Wetter, aber ohne Regen, konnte man vom Fluss aus die eleganten älteren und neueren Villen an den Ufern der Maas bewundern. Imposant das Herrschaftshaus mit Park der spanischen Adelsfamilie Nuñez, die jedes Jahr nur einmal im Juli an die Maas kommt. Auch Königin Fabiola weilt dort öfters mal zu Besuch.

 

Die Zitadelle


Vom Boot aus lässt sich auch die einmalig schöne Lage der Stadt Namur am Zusammenfluss von Sambre und Maas erkennen, dominiert von der hoch oben gelegenen, riesigen Zitadelle. Die Zitadelle füllt das Landdreieck zwischen den beiden Flüssen, von den Einheimischen „Grognon“ genannt.

Mit diesem Ausflug konnte die BBG die Kenntnisse über die historischen Verknüpfungen zwischen beiden Ländern weiter vertiefen, ebenso auch die persönlichen Freundschaften unter ihren Mitgliedern. Fernand Samsoen hatte diesen Ausflug wieder perfekt vorbereitet, nicht zuletzt mit historischen Karten, Stichen und Zeichnungen aus der Geschichte Namurs. Die organisatorische Seite lag wieder in den bewährten Händen von Elisabeth Wenig. Beiden gilt der Dank der Teilnehmer.

Erstellt oder aktualisiert am 28. Juni 2009.

 
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