18. März 2010

Frisch frittiert

Steuern, Arbeitsrecht, die belgischen Sprachprobleme können deutsche oder österreichische Investoren durchaus abschrecken, in Belgien Geld einzusetzen. Einem unsere Leser scheinen diese Themen zweitrangig zu erscheinen. „Könnten Sie mich bitte informieren, wie hoch die Telefongebühren von Belgien nach Deutschland zur normalen Geschäftszeit sind, da ich - wenn auch bisher noch vage - die Idee habe, mich in Belgien niederzulassen?“ fragt er. Wer schlägt einen Pfad durch den Anbieter-Dschungel? Was für ein Glück, dass es Skype gibt, guter Mann.

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74.465

Sommerfest des Deutschsprachigen Gemeinschaft

Von Rudolf Wagner

Die Zahl 74465 wird man sich merken müssen. So viele Ostbelgier gibt es nämlich heute ganz genau, laut Aussage des Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Karl-Heinz Lambertz, der von „ungefähr 70000“ nichts wissen wollte. Zur korrekten Prozentrechnung des „Mehrwertes“ war allerdings keine Zeit. Dies alles geschah beim DG-Sommerfest, das diesmal in der Bayerischen EU-Vertretung in Brüssel mit mehreren hundert Gästen stattfand.

 



Da hatte Heidrun Piwernetz, die Leiterin im Schlösschen, natürlich leichtes Spiel, mit den Habsburgern und Bayern und (dem damals noch nicht existierenden) Belgien historische, weiß-blaue Verbindungen aufzuzeigen: Manneken Pis habe vor vielen, vielen Jahren als erstes Kostüm ein weiß-blaues erhalten, als der bayerische Kurfürst seinen Schützen weiß-blaue Ehrenkleider verlieh - und dann auch Manneken Pis. Vielleicht war ja noch ein Fetzchen Stoff übrig geblieben, oder wie auch immer.

Vorher aber war Lambertz zu hören, der wieder einmal die Gelegenheit nutzte, im Schnelldurchgang das Schicksal der DG zu erläutern: „Mein Großvater hat nie seinen Geburtsort verlassen, hat aber vier Mal die Nationalität gewechselt.“ Und über die gewachsene Eigenverantwortung der DG im belgischen Föderalstaat: „Wir sollten den Flamen und Wallonen dankbar sein“, denn, das war herauszuhören, wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

Unter den vielen Teilnehmern des Sommerfestes wurde besonders die Strauss-Tochter und CSU-Politikerin Monika Hohlmeier beäugt, die gerade neu ins Europäische Parlament gewählt wurde. Für sie und alle anderen sang das Eupener Vokalensemble „Pro Arte“ neben Liedern aus der Renaissance und vertonten Heine-Gedichten auch den (Berlinischen?) Rausschmeißer: „Wochenend und Sonnenschein“.

 

Fotos: Armand Colling

Erstellt oder aktualisiert am 26. Juni 2009.

 
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