20. März 2010

Frisch frittiert

Steuern, Arbeitsrecht, die belgischen Sprachprobleme können deutsche oder österreichische Investoren durchaus abschrecken, in Belgien Geld einzusetzen. Einem unsere Leser scheinen diese Themen zweitrangig zu erscheinen. „Könnten Sie mich bitte informieren, wie hoch die Telefongebühren von Belgien nach Deutschland zur normalen Geschäftszeit sind, da ich - wenn auch bisher noch vage - die Idee habe, mich in Belgien niederzulassen?“ fragt er. Wer schlägt einen Pfad durch den Anbieter-Dschungel? Was für ein Glück, dass es Skype gibt, guter Mann.

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Die DG in Aachen

MP Lambertz: "Wir haben uns zu lange versteckt"

Von Gudrun Hunold

„Kennen Sie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens?“ fragt Reporterin Karin Scholzen vor dem Aachener Dom die Passanten. Und sie trifft auf informierte Bürger - und auch auf Antworten wie „Das sind die Deutschen, die in Belgien wohnen“ oder „Der Verein setzt sich in Belgien für die Deutsche Sprache ein.“

 

Die Umfrage amüsiert die gut 150 Gäste, die sich auf Einladung der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG), der Regio Aachen und der Sparkasse in deren Zentrale am Münsterplatz zu einem Kontaktabend  eingefunden hatten. Kulisse und Anlass war eine Ausstellung über die DG, die noch bis zum 26. Juni dort zu sehen ist.

„Vergleichen Sie die Deutschsprachige Gemeinschaft mit einem deutschen Bundesland“, rät hingegen Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz in seiner Ansprache. Verfügt die kleine Gemeinschaft mit knapp 75.000 Einwohnern doch über weitreichende Autonomie, ein Parlament und eine Regierung. „Wir haben uns lange versteckt und glücklich gelebt“, betont der Regierungschef aus Eupen. „Aber wenn die DG im Europa der Regionen eine Rolle spielen will, dann ist Voraussetzung, dass man sie kennt“, erklärt Lambertz den Grund für die Ausstellung und den Abend.

 

Die wichtige Rolle der DG als eine der fünf Partnerregionen der Euregio Maas-Rhein unterstrich Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden - und empfiehlt: „Ein Besuch der belgischen Nachbarn lohnt sich, nicht allein wegen des guten Essens“. Auf die gemeinsame Geschichte der Aachener und der Ostbelgier verwies Gastgeber Christian W. Rother, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen.

Dass die Rolle der Deutschsprachigen Gemeinschaft als Partnerregion sich nicht an der Anzahl ihrer Einwohner bemisst, bewiesen auch die hochrangigen Gäste des Abends. Neben dem Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar statteten auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt der DG einen Besuch ab. Und das nicht nur „wegen des guten Biers“.

Erstellt oder aktualisiert am 23. Juni 2009.

 
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