Ein Amerikaner in Belgien? Donald Duck hätte es sich sicherlich nicht vorstellen können, dass man ihn zu seinem 75. Geburtstag in eine Reihe stellte mit dem Marsupilami oder Lucky Luke, denn er ist doch der Einzige, der Beste – und auch älter als die anderen. Doch die hessische EU-Landesvertretung hatte sich zur Würdigung der Großen Ente das Belgische Comiczentrum in Brüssel ausgesucht, und die Verbürzelung seiner Hallen gelang aufs Trefflichste.
Daran hatte ein würdiger Herr namens Hartmut Holzapfel, seines Zeichens Staatsminister a.D., wesentlichen Anteil, der seine wissenschaftlichen Untersuchungen aus dem Kreis der D.O.N.A.L.D.isten einer entzückten Zuhörerschaft nahe brachte – mit Bildern des Zeichners Carl Barks und den Sprechblasen der kongenialen deutschen Übersetzerin Erika Fuchs.
Wir wissen um die Verneffung und Vernichtung der Donald-Daisy-Sippe, aber kennen wir wirklich die oktodaktyle Gesellschaft, die sich dort zusammenfand? Klavierspiel mit vier – ähem, Fingern? Dass man einen Schnabel kräuseln kann, wenn andere nur einen Flunsch ziehen? Oder rostrale Zähne zeigen? Wer hat beobachtet, dass Donald sich nur bekleidet fühlt, wenn er mit seinem Matrosenjäckchen den Oberkörper umhüllt, während der Bürzel unbedeckt schwingen darf?
Apropos Matrosenjäckchen. Auch Wilhelm II. trug als Jugendlicher eines, vor etwa 150 (2 mal 75) Jahren; von den Alt-Politikern Dregger und Mischnick gibt es vergleichbare Jünglingsfotos, bei deren Anblick unser cholerischer Anarchist gewiss die Wände senkrecht hochgelaufen wäre, denn das konnte er.
Die eigentliche Frage müsste in diesen Tagen sein, ob Entenhausen nicht doch irgendwo in Brüssel liegt. Die hat der Herr Holzapfel aber nicht gestellt und beantwortet, und auch nicht die hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, Nicola Beer. Insoweit sind wir mit unserem Wissensdurst über Donald & Co. ungestillt nach Hause gekommen. Dennoch: Klatsch, klatsch, klatsch!












