18. März 2010

Frisch frittiert

Steuern, Arbeitsrecht, die belgischen Sprachprobleme können deutsche oder österreichische Investoren durchaus abschrecken, in Belgien Geld einzusetzen. Einem unsere Leser scheinen diese Themen zweitrangig zu erscheinen. „Könnten Sie mich bitte informieren, wie hoch die Telefongebühren von Belgien nach Deutschland zur normalen Geschäftszeit sind, da ich - wenn auch bisher noch vage - die Idee habe, mich in Belgien niederzulassen?“ fragt er. Wer schlägt einen Pfad durch den Anbieter-Dschungel? Was für ein Glück, dass es Skype gibt, guter Mann.

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Schulunterricht für schwerkranke Kinder

Mehr als 400 Lehrer unterrichten ehrenamtlich für EHD

Von Sibylle Schavoir

Viele kranke Kinder haben keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten, zur Schule zu gehen. Die EHD („Ecole à l'Hopital et à Domicile“) hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch ehrenamtliche Mitarbeit von Lehrern diesen Kindern Unterricht zu geben und so ein Stück Normalität zu vermitteln. Die Organisation ist in ganz Belgien tätig, nur heißt das nicht, dass sie dafür auch staatliche Unterstützung bekommen würde.

Was gibt es Schlimmeres für ein Kind, als mit einer schweren Krankheit im Bett zu liegen? Für lange Zeit nicht spielen zu können? Sich schwer oder gar nicht bewegen zu können und das Alleinsein zu ertragen? Neben dem Leid und dem Schmerz kommt bei diesen kranken Kindern auch meist das Gefühl hinzu, ausgestoßen zu sein, nicht mehr am Leben teilhaben zu können. Da sind zwar die besorgten Eltern, Großeltern und Geschwister, die oft zu Besuch kommen. Aber das kranke Kind wünscht sich mehr. Es möchte mit gleichaltrigen Kindern zusammen sein, mit ihnen spielen und – man staunt – es möchte lernen. Klagt ein gesundes Kind gerne mal über die Schule und den Lernzwang, so entdeckt man bei vielen der schwerkranken Kindern einen großen Wissensdurst und vor allem Lust auf Schule, auf den Schulunterricht. Zum Glück gibt es die EHD.

Langes Bestehen ohne Hilfe


Vor 25 Jahren wurde diese Organisation von Chantal Brasseur und Anne-Marie Lamfalussy gegründet. Sie ist in ganz Belgien, in Flandern („School aan Huis en in't Ziekenhuis“ auf Niederländisch) wie in der Wallonie, vertreten. Zu bedauern ist, wie es die Präsidentin der asbl, Nicole Verougstraete, immer wieder betont, dass „diese kranken Kinder, die ans Bett gefesselt sind, aber genau wie jedes andere Kind Recht auf Schulunterricht haben, keinerlei Beachtung in der Gesellschaft finden und unsere asbl weder finanzielle noch sonstige Unterstützung vom Staat erhält“.

Die Lehrer der asbl arbeiten ehrenamtlich und der Schulunterricht ist für die Familien der kranken Kinder gratis. Es gibt viele, sehr viele Kinder, die auf die Hilfe der EHD angewiesen sind, so dass die EHD ständig auf der Suche nach weiteren einsatzbereiten Lehrkräften ist. Die Kinder finden durch den täglichen Besuch eines Lehrers und den ihnen erteilten Schulunterricht, der genau dem der öffentlichen Schulen entspricht, wieder Lebensmut und Freude. Der Alltag ist für sie nicht mehr so eintönig und wenn es möglich ist, findet der Schulunterricht der kranken Kinder auch in kleinen Gruppen statt, so dass das Gefühl in den Kindern wächst, wieder Teil der Gesellschaft zu sein.

Normaler Schulalltag


Die ehrenamtlich arbeitenden Helfer der EHD sind entweder Lehrer in einer Schule oder sie waren in diesem Beruf tätig. Der Schulunterricht für die kranken Kinder entspricht voll und ganz dem Unterricht an einer öffentlichen Schule. Die Arbeit und Hilfe der asbl EHD ist aber noch nicht bekannt genug aber notwendig. Sicher würden viele Menschen sie gerne in Anspruch nehmen, weil sie ein krankes Kind zu Hause haben, dem sie gerne helfen möchten.

Erstellt oder aktualisiert am 01. Juni 2009.

 
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