Der Königin-Elisabeth-Wettbewerb für Geige geht ab Montag in die letzte Runde. 12 Finalisten sind von ursprünglich 145 Kandidaten und Kandidatinnen, von denen allerdings nur 76 nach Brüssel gekommen waren, übrig geblieben. Die Finalisten sind alle zwischen 20 und 25 Jahre alt und je zur Hälfte weiblich und männlich – ein Zufallsergebnis.
Unter den letzten 12 ist auch ein Belgier, Lorenzo Gatto. In Brüssel geboren und aufgewachsen, erlernte er auch hier das Violinspielen. Sein Studium setzte er später am Konservatorium in Wien fort, wo er noch immer neben der Geige auch das Umgehen mit dem Taktstock lernt. Dirigieren ist auch was Feines.
Aus Korea, Amerika, Russland, Lettland, Moldawien, Australien, Japan und China kommen die anderen 11 Finalisten. Auffallend, dass sich 4 Frauen aus Korea qualifiziert haben, was für den hohen Grad der dortigen Musikausbildung spricht.
Ab Montagabend, dem 26. Mai um 20 Uhr geht es also los im Großen Saal des Bozar, eine Woche lang bis Samstagnacht. Das Nationale Orchester von Belgien unter Leitung von Gilbert Varga hat sechs verschiedene Violinkonzerte einstudieren müssen. Dabei fällt auf, dass die Kandidaten sich viermal für Tschaikowsky, dreimal für Brahms und zweimal für Schostakowitsch entschieden haben. Daneben werden noch Violinkonzerte von Beethoven, Elgar und Paganini zu Gehör gebracht neben dem noch unbekannten Pflichtstück, das eigens für den Wettbewerb komponiert wurde.
Für das Einstudieren dies Pflichtstücks hatten die Finalisten in dieser Woche die Möglichkeit, sich in die Königliche Musikkapelle Königin Elisabeth zurück zu ziehen. Damit auch die Jury eine Ahnung hat, wie dieses noch unbekannte Werk sich anhört und wie dann die Interpretation zu beurteilen sei, wurde dieses neue Opus bereits unter strenger Geheimhaltung als CD-Disk aufgenommen und den Juroren zur Verfügung gestellt.
Drei Tage vor dem ersten Finalkonzert wurde der Schleier gelüftet, wer der Komponist ist. Es ist die Süd-Koreanerin Cho Eun-Hwa. Sie gewann im letzten Jahr mit ihrem Konzert für Violine und Orchester, das den Namen „Agens“ trägt, den Komponisten-Preis des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs.
Cho Eun-Hwa hat ihre Ausbildung zunächst in Seoul, dann an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Hanspeter Kyburz erhalten. Sie ist mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden und arbeitet, nach aufsehenerregenden Erfolgen in Kanada und Japan, u.a. für das Ensemble Modern. Und natürlich spricht sie hervorragend Deutsch.
Wer keine Eintrittskarte ergattern konnte, kann das Finale über Radio, Fernsehen und Computer-Bildschirm sehen und hören.
Siehe dazu den Link:
http://www.cmireb.be/nl/p/2/10/82/97/televisie.html












