Mercedes Benz
06. Januar 2009
Terminkalender


Frisch frittiert

Der belgische Waffenhandel gleicht sich der Weltwirtschaft an: es gibt keine Zuwachsraten mehr, im Gegenteil. 2008 wurden außerdem von der Regierung zwei Exportanträge zugunsten der israelischen Armee abgelehnt. Es gibt sie also noch, die guten Meldungen.

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Ein Löwe, Nähkästchen und der Tod

Eupen steht für einen Abend im Zeichen des Buchs

Von Ulrich M. Alexander

Gute-Nacht-Geschichten am Kinderbett gibt es noch immer und jetzt neu die Hörbuch-CD im Auto, um den nächsten Stau genüsslich zu überwinden. Wir lassen uns also gern etwas vorlesen, und in Eupen setzt der gemeinnützige Verein Chudoscnik Sunergia am 29. November noch einen drauf: in 14 verschiedenen Geschäften und Räumlichkeiten des Klosterviertels werden rund 30 Vorleserinnen und Vorleser dem geneigten Publikum ab 18 Uhr literarische Perlen, Sachliches und Unsachliches vortragen.

 

Unter dem Motto „SEITENstraße – Lesen hinterm Tresen“ verbirgt sich ein Leseabend der Sonderklasse. Ob etwa den Neugierigen in der Metzgerei Klein der reale Schinken vorgelegt wird, müssen sie selbst entscheiden. Denn zwischen Salami, Blutwurst und das Fleischermesser passt kein Autor so gut wie Roald Dahl. Das Geschnetzelte sind in diesem Fall seine Kurzgeschichten, die zumeist skurrile Wendungen haben und somit auch überraschend enden. Sie werden von den BRF-Mitarbeitern Karin Meyer und Adrian Küchenberg vorgelesen. 

 

Im Optikladen von Caroline Pankert fragt man: Blicken Sie noch durch? Die Antwort lautet: Nicht immer, jedenfalls nicht bei diesen beiden Schriftstellern. Ephraim Kishon zählt wohl zu den größten Satirikern des 20. Jahrhunderts. Die grotesken Texte des lange vergessenen russischen Autors Daniil Charms kennzeichnen sich durch einen besonderen Humor. Fest steht, diese Autoren strapazieren die Lachmuskeln ihrer Leser, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise.

 

„Von Gürteln und Keuschheit“

 

Ein paar Häuser weiter geht es bei Schreibwaren Creutz um den Tod. Der Eupener Bestattungsunternehmer Marc Despineux hat seine langjährigen Erfahrungen zu einem Ein-Mann-Theaterstück umgemünzt, in dem er alle Rollen selbst spielt. „Gestatten Bestatter!“ handelt von den Tücken des Alltags und allen anzutreffenden Problemen mit dem Tod. Wer es lieber ganz lebendig haben will, hört in der Boutique Cocon bei einer szenischen Lesung mit Gudrun Heck-Hunold, Jürgen Heck, Jessica Naujoks und Melanie Lambertz wirklich alles „Von Gürteln und Keuschheit“. 

 

Auch die Kinder kommen auf ihre Kosten. In der Buchhandlung Logos liest Ingrid Rossi schon ab dem frühen Nachmittag ihr „Der Löwe ist los! Wo ist Diggi?“ über Diggi, den Löwen im Wappen der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Wer lieber an nostalgisches Stricken denkt, der kommt bei Kurzwaren Piper auf seine Kosten, wo Ute Hendges, Denise Faymonville und Helga Radermaker „Geschichten aus dem Nähkästchen“ lesen. Und auch der Schriftsteller Freddy Derwahl ist mit von der Partie: er liest beim Grenz-Echo aus seinen Zeitungskolumnen vor, die sich mit ostbelgischen Persönlichkeiten beschäftigen.

 

Die Lesungen werden mehrfach wiederholt, damit an diesem Abend jeder sein eigenes Programm zusammenstellen kann. Ausgangspunkt für die Entdeckungstouren ist dabei das Atelier Kunst und Bühne, wo man alle nötigen Informationen erhält, sich verköstigen kann und wo nach 22 Uhr auch die Abschlussveranstaltung mit einem Konzert von Claire Goldfarb stattfindet.

Erstellt oder aktualisiert am 09. November 2008.

 
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