25.000 Zuschauer waren am Donnerstagabend zur UEFA-Cup-Premiere von Standard Lüttich ins Stadion von Sclessin gekommen. Dort empfingen die Rouches mit dem FC Sevilla den Favoriten der Gruppe C. Eine harte Nuss, die Standard überraschend mit einem Tor knacken konnte.
Als die Spieler von Standard den Rasen von Sclessin zum ersten Auftritt in der Gruppenphase des UEFA-Cups betraten, war alles für eine europäische Fußballgala angerichtet. Euphorische Fans feierten schon vor Spielbeginn ihre Mannschaft und hießen den Gegner herzlich willkommen in der Hölle von Sclessin - so der Beiname des Stadions im belgischen Fußball.
Direkt nach dem Anpfiff legte die Mannschaft von Trainer Laszlo Bölöni los als wollte sie den Tabellenfünften aus Spanien zunächst einmal einschüchtern. Standard spielte erfrischend, unbefangen und sorglos. Diese Mentalität und diese angriffslustige Spielweise tut dem in den vergangenen Jahren arg gebeutelten belgischen Fußball und seinem Hasenfußball-Image gut.
Erfrischender Offensivfußball
Lüttich trieb die Andalusier von Anfang an in die eigene Hälfte und machte phasenweise einen überlegenen Eindruck. Immer wieder schien es, als wolle Standard Sevilla überrumpeln, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Und der Moment kam in der 39. Minute, als Dieumerci Mbokani - Gott sei dank noch vor der Pause - den Führungstreffer erzielen konnte. In den letzten Spielminuten der ersten Hälfte wäre noch mehr drin gewesen, aber der Torwart der Spanier konnte einen höheren Rückstand mit viel Glück verhindern.
In der zweiten Hälfte wirkte vor allem Dauerläufer Steven Defour etwas weniger frisch, was sich auf die Spielweise der gesamten Mannschaft zu übertragen schien. Ins Spiel der Lütticher schlichen sich Unkonzentriertheiten ein. Sollte Standard den Preis für das Powerplay in der ersten Halbzeit zahlen? Sevilla spürte, dass die Kräfte schwanden und war zusehends in der Hälfte der Rouches zu sehen.
Einige Male konnten die Spanier auch für Gefahr sorgen. Der Lütticher Vorsprung kippelte, aber die Hintermannschaft vor Torwart Espinoza hielt dicht. Vier Minuten lang musste Standard in der Nachspielzeit noch um den Sieg bangen - es schien eine Ewigkeit zu sein. So kam denn auch der Schlusspfiff einer Erlösung gleich, der Standard drei Punkte sicherte und dem belgischen Fußball einen großen Imagegewinn in Europa bescherte. Weiter so!













