Die Namensfindung seines Restaurants war leicht für ihn. Laurent Montfort, Koch aus Leidenschaft, ließ sich von der Hausnummer inspirieren und nannte es kurzerhand „Le 830“. „So ist es leicht zu finden“, sagt er. Und zu übersehen ist das lange weiße Haus, nur einen Steinwurf vom Forêt de Soignes entfernt, beim besten Willen nicht. Das hat mit seiner faszinierenden Geschichte zu tun. Historiker umschreiben es als architektonisches Juwel, das im Jahr 1648 errichtet und in fünf kleine Häuser, darunter ein kleiner Bauernhof, aufgeteilt wurde.
Uccles erster Bürgermeister, Corneille Verhassel, wohnte im Jahr 1801 im Hauptgebäude, das im Laufe vieler Dekaden völlig von innen umgemodelt wurde. Wände und Mauern wurden abgerissen, das (geschichtsträchtige) Herz blieb dennoch erhalten. „Historie“ pur erlebt der Gast beim Betreten dieser Fundgrube. Wie zu anno dazumal durchziehen alte Fachwerkbalken die Decke, das Dekor ist rustikal, eine Mezzanine sowie kleine verwinkelte Gasträume sorgen für Romantik, während Postkarten oder Zeichnungen als Zeitzeugen das ehemalige Uccle Revue passieren lassen.
Inmitten dieses Ambientes lässt es sich fürstlich speisen. So innovativ Laurents Speisekarte ist, so reichhaltig ist die Auswahl an Weinen. Für einige Minuten legt er seinen Kochlöffel zur Seite und führt mich zu einer „Mur des Vins“. Und ich staune nicht schlecht. Perfekt temperiert wie in einem Weinkeller lagern die edelsten Tropfen aus allen Teilen dieser Erde. Hier kann sich der Gast seinen Wein aussuchen, es braucht nicht die ganze Flasche zu sein, er kann auch nur ein Glas trinken, sagt Laurent, der mir einen exzellenten Pouilly Fumé 2005 einschenkt.
Der passt ausgezeichnet zu den gratinierten Austern, die sogleich auf meiner Zunge dahinschmelzen. Bei dieser Spitzenqualität stimmt der Preis (9.80 Euro) allemal, denke nicht nur ich. Beim Hauptgericht bleibe ich beim Fisch und wähle einen „Aile de Raie“ mit Kapern, leckeren Kartoffeln und frischem Ciboulette (18,50 Euro). Auch dieses Hauptgericht entspricht so ganz meinem Geschmack. Auf das verführerische „Moelleux au Chocolat“ Maison verzichte ich schweren Herzens. Schließlich will ich am nächsten Morgen mein Tennis-Match gewinnen.
Interessant ist ebenso das Viergang-Menu zu 32 Euro mit einer Fischsuppe, einer Lachs-Rillette, Faisan Farci au Foie Gras und einer Schokoladen-Mousse, oder das Lunch-Menü mit einer Vorspeise zu 12 Euro.
Info:
„Le 830“, Chaussée de Waterloo 830, 1180 Uccle
Tel: 02 375 85 65 – Fax 02 375 44 79













