Jedes Jahr im Sommer findet auf der Grand’Place ein prächtiger Umzug statt – der Ommegang. Das Fest wird vom belgischen Adel sowie etwa 1500 Brüsselern zu Ehren Kaiser Karls V. gefeiert. In seiner heutigen Gestalt erinnert der Umzug an das Jahr 1549, als Adel und Stände zu Ehren Kaiser Karls V. und seiner Familie einen großartigen Empfang veranstalteten.
In diesem Jahr werden historische Gruppen an den Nachmittagen und Abenden des 1. bis 3. Juli der Brüsseler Altstadt ein mittelalterliches Flair verleihen. Als Höhepunkt wird der Ommegang, ein historischer Umzug, veranstaltet, der am Dienstag, 1. Juli und Donnerstag, 3. Juli um jeweils 21 Uhr beginnt und auf dem Grand’Place endet. Für die Darbietung auf dem Grand’Place muss man Eintrittskarten kaufen.
An diesen drei Tagen werden über 1400 Statisten mitwirken, um den Zuschauern ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Der Umzug selbst wird durch einen Live-Auftritt des Tenors Sébastien Romignon-Ercolini untermalt und in Französisch und Niederländisch kommentiert werden. Die Marschroute geht vom Sablon und Kunstberg zur Gegend der Gare Centrale und dem Grand’Place. An allen drei Nachmittagen ist zudem ab 16 Uhr ein mittelalterliches Dorf auf dem Sablon geöffnet. Dort kann man genüsslich eine Probe des Charles Quint-Biers zu sich nehmen, um dann freudetrunken ein Ritterturnier und ein Lanzenstechen zu verfolgen.
Teilnehmende Gruppen
Während im Mittelalter Gilden, Zünfte und sogenannte Rhetorikkammern das Rückgrat des Ommegangs darstellten, müssen heute Hunderte Laien und Kleindarsteller dieses Spektakel mit Leben erfüllen. Einige Gruppen, wie die "Grand Serment des Arbalétriers de Bruxelles" sind Nachfolger von jahrhundertealten Gilden. Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins "Neun Nationen von Brüssel" übernehmen wiederum die Rolle von Magistratsmitgliedern der damaligen Zeit. Des Weiteren darf der Kaiser mit seinem Gefolge beim Umzug nicht fehlen. Dazu gehören Hofdamen, Berater oder politische Persönlichkeiten wie Wilhelm von Oranien, aber auch die Bulldogge des Kaisers!
Ursprung des Ommegang
1549 übergab Karl V. die Herrschaft der Niederlande an seinen Sohn Philipp II. Zu diesem Zweck besuchten die beiden das Staatsgebiet, um für Philipp Anerkennung durch die Bevölkerung zu erhalten. Dafür wurden vielerorts große Feste ausgetragen, so auch der Ommegang am Regierungssitz in Brüssel. Diese Umzüge gab es und gibt es noch heute in vielen Städten. In Brüssel hat er seine Wurzeln in der wunderlichen Anschaffung einer Marienskulptur namens Onze-Lieven-Vrouwe op 't Stokske und der dafür benötigten Errichtung der Liebfrauenkirche auf dem Sablon. Der Umzug bekam einen festen Platz in der Geschichte der Stadt Brüssel und wird so bis heute auf historischen Grundlagen des Umzugs von 1549 basierend von der Königlichen Gesellschaft "Ommegang Oppidi Bruxellensis" durchgeführt.
Besonders spektakuläre Augenblicke bieten die Spiele der Fahnenwerfer und der Vorbeimarsch der Stelzgänger, von denen einige mehr als fünf Meter über dem Erdboden stehen.













