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Von  Catherine Reckmann

Weihnachtsmenü 2011/1

Vorspeise: Tarte tatin au boudin noir – Tarte Tatin mit Blutwurst

Weihnachten in Belgien ohne Boudin ist schlicht und einfach nicht denkbar. Jeder Weihnachtsmarkt hat seinen Boudinstand mit etlichen Sorten, Stückweise oder auf Pyramiden aufgerollt am laufenden Meter. Meistens zum Aperitiv serviert, aber auch warm mit Äpfeln und Zwiebeln oder mit einem herzhaften Stoemp.


In den ärmeren ländlichen Gegenden wurde früher nicht jede Woche Fleisch gegessen, aber zu Weihnachten, da schlachtete man das über das Jahr liebevoll gemästete Schwein. Und da bekanntlich im Schwein alles genießbar ist, „tout est bon dans le cochon“, wurde auch das Blut zu Wurst verarbeitet, so entstand die Boudin Noir. Die Basis der Boudin Blanc ist dagegen Brot und Milch. Etliche Metzgereien bieten zum Jahresende ihre eigenen Kreationen an, wer wissen will, wo es die beste Boudin gibt, geduldet sich bis zum 3. Dezember. Da findet in Malonne, in der Nähe von Namur, der 8. Wettbewerb des Wallonischen Boudin statt (Boudinwall).


Für die Tarte (Springform 24cm) brauchen Sie folgende Zutaten:


  • 1 Rolle Blätterteig (der Blätterteig „pur beurre“ von Delhaize ist gut, oder beim Konditor bestellen)
  • 4 kräftig gewürzte boudins noirs oder ca. 80 cm von der Rolle
  • 3 Äpfel “festkochend” (Golden Delicious, Jonagold oder Cox orange)
  • eine gute Prise Piment d’Espelette (mittelscharfer Paprika aus dem französischen Südwesten)
  • 3 große Zwiebeln
  • etwas Öl und 2 EL Butter


Und so wird's gemacht

 

Die Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne stark erhitzen und die Apfelspalten darin anbraten. Ein EL Butter hinzugeben mit etwas Piment d’Espelette und ein wenig Salz würzen und regelmäßig schwänken. Die Äpfel dürfen ruhig Farbe bekommen. Wenn die Apfelspalten weich sind, beiseite stellen.

 

Zwiebeln schälen und in dünne Spalten schneiden. In Öl und 1 EL Butter glasig braten, salzen und pfeffern. Auch die Zwiebeln dürfen gerne Farbe bekommen, jedoch kross werden sollten sie nicht. Beiseite stellen.

 

Die Springform mit Backpapier auslegen (wenn Sie das Papier nass machen, reißt es nicht so leicht). Die Blutwurst pellen und in fingerdicke Scheiben schneiden. Den ganzen Boden der Form damit dicht auslegen. Gegebenenfalls ein Stück Wurst hacken und die Löcher damit stopfen. Die Zwiebeln darüber verteilen, dann die Apfelspalten. Mit einem Spachtel andrücken, die Oberfläche sollte regelmäßig flach sein.

 

Den Teig ausrollen und einen Kreis etwas größer als die Form ausschneiden. Mit einer Gabel über die ganze Fläche einstechen. Den Teig tellerförmig über die Äpfel legen und über die ganze Fläche mit der Hand andrücken. Ränder flach festdrücken und in der Mitte ein kleines Loch stechen. In den Ofen schieben und bei 200° 20-30 Minuten backen.

 

Nach dieser Zeit die Tarte aus dem Ofen nehmen, einen Flachen Teller auf die Form legen und stürzen. Form abheben, Backpapier langsam abziehen. Falls etwas Blutwurst am Papier hängen bleibt, vorsichtig lösen und auf die Tarte streichen.

 

Sofort heiß servieren.

 

In den nächsten Tagen folgen Rezepte für ein Hauptgericht und das Dessert.


Catherine Reckmann bietet in Brüssel gastronomische Sprachkurse in Französisch an. Mehr dazu unter Öffnet externen Link in neuem Fensterparlonscuisine.be


Erstellt oder aktualisiert am 29. November 2011.
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