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Von  Christine Kopp & Tanya Wittal

Unverhofft kommt oft

Der neue iDSB-Chef Jürgen Langlet im Porträt

Seit Beginn des neuen Schuljahrs hat die Internationale Deutsche Schule Brüssel einen neuen Schulleiter. Jürgen Langlet kommt aus Lüneburg, wo er vier Jahre das altehrwürdige Gymnasium Johanneum leitete. Seit 2010 ist der neue iDSB-Chef Bundesvorsitzender des renommierten Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU). Auch in der Referendarsausbildung im Fach Biologie war er lange tätig. Langlet unterrichtet die Fächer Biologie, Chemie, Latein, Philosophie und Ethik.

 

Eigentlich stand für Langlet zunächst der Auslandsschuldienst nicht zur Debatte, bis ihm auf der Bildungsmesse Didacta Mitarbeiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) vorschlugen, sich doch für den Auslandsschuldienst zu bewerben. Nachdem seine Kinder Abitur gemacht hatten, freundeten sich seine Frau und er immer mehr mit dem Gedanken an, doch noch einmal ins Ausland zu wechseln. Erfahrungen im Auslandsschuldienst hatte Langlet bereits, denn vor seiner Lüneburger Zeit war der gebürtige Niedersachse vier Jahre an der Deutschen Schule Genua tätig. Als dann das Angebot aus Brüssel kam, zögerte er nicht lange. Im Juni war sein Vorstellungsgespräch, Ende August trat er bereits seinen Dienst an.

 

Spannende Aufgaben

 

Jürgen Langlet hatte bereits bei seinem ersten Besuch an der Schule einen sehr positiven Eindruck von dem harmonischen Zusammenwirken der Schulgemeinschaft, der Lage des Campus im Grünen und von dem überdurchschnittlichen Engagement des Lehrerkollegiums. Der Standort Brüssel reizt ihn wegen seiner internationalen Ausrichtung. Das 2011 an der iDSB eingeführte Deutsche Internationale Abitur (DIAP) erscheint Langlet ein Schritt in die richtige Richtung. Diesen Ansatz möchte er konsequent weiterverfolgen und die Position der Schule in der Brüsseler Bildungslandschaft stärken. Dazu gehöre zum Beispiel, die in ganz Belgien einzigartige Fachoberschulausbildung als Alternative zum Abitur besser bekanntzumachen. Die Organisationsstruktur der Schule gelte es zu überdenken und zu verbessern. Darüber hinaus müsse man schnell die suboptimale Gebäudesituation verbessern. Langlet legt großen Wert darauf, mit seiner Stellvertreterin Rita Haurenherm und Grundschulleiterin Angelika Kuntzsch als Team zum Wohle der iDSB zusammenzuarbeiten.

 

Naturwissenschaften und Fremdsprachen im Fokus

 

Langlet will außerdem eine stärkere Förderung von mathematisch und naturwissenschaftlich begabten oder besonders interessierten Schülerinnen und Schülern an der iDSB forcieren. Insbesondere ein am Schülerexperiment orientierter naturwissenschaftlicher Unterricht liegt ihm besonders am Herzen. Dazu gehört die stärkere Verzahnung von Theorie und praktischer Anwendung zum Beispiel durch Praktika oder das Lernen an außerschulischen Orten. Weiteres Augenmerk möchte er auf das Fremdsprachenlernen legen. In diesem Zusammenhang erscheinen dem neuen Schulleiter zahlreiche Sprachaufenthalte vor Ort wichtig und notwendig, da man eine Sprache nur dort wirklich lerne, wo man sie im Alltag anwende. Insgesamt müsse das Fremdsprachenkonzept evaluiert und überarbeitet werden.

 

Den Ganztag stärken

 

Von dem derzeitigen Ganztagsangebot der iDSB ist Jürgen Langlet sehr angetan. „Ich finde es bemerkenswert, wie gut das Ganztagsangebot der iDSB mit seinen zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, Sportwettkämpfen, Konzerten und Ausstellungen von den Schülern angenommen wird. Die Schülerinnen und Schüler engagieren sich über den Schulunterricht hinaus überdurchschnittlich. Sie identifizieren sich stark mit ihrer Schule. Das trägt zu wirklich guten Ergebnissen vor allem im kulturellen und sportlichen Bereich bei. Dieses Engagement möchte ich weiter unterstützen, fördern und weiter ausbauen“, so Langlet.

 

Und nach getaner Arbeit?

 

Abstand zur Schule und seinen zahlreichen Aufgaben verschafft sich der Naturliebhaber, der sich selbst schmunzelnd als „Landei“ tituliert, bei langen Spaziergängen rund um sein neues Heimatdorf Leefdaal. Denn zum Wohnen und Entspannen war ihm Brüssel dann doch etwas zu international.


Erstellt oder aktualisiert am 29. September 2011.
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