Der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Karl-Heinz Lambertz, war wieder einmal ganz in seinem Element: hochrangige Ehrengäste zuhauf, die übliche Journaille, und Wildhäppchen. Am Vortag hatte Kammerpräsident André Flahaut alle Pläne zur Schaffung einer 4. (deutschsprachigen) belgischen Region zurückgewiesen. Beim Festtag der DG in der Brüsseler Vertretung gab Lambertz Kontra.
„Was Flamen und Wallonen untereinander ausgehandelt haben, muss auch uns recht und billig sein“, sagte er zu den bisherigen Plänen einer Staatsreform, die geringe Größe von Bevölkerungszahl und Gebiet der DG stehe dem nicht entgegen. Man wolle keine Privilegien, sondern eine „angemessene Berücksichtigung“. Und mehr Respekt gegenüber der deutschen Sprache.
Im Konzert des belgischen Föderalstaates spiele die DG sicherlich das kleinste Instrument, hatte er früher einmal gesagt. „Jetzt ist es an der Zeit, das wieder das Triangel erklingt“, so Lambertz. Klein und durchdringend laut. Zur legitimen Forderung nach Übernahme aller Verantwortlichkeiten gebe es keine wünschenswerte Alternative. Allerdings müsse man davon noch den einen oder anderen Politiker unter den Anwesenden überzeugen, er schaue aber niemand besonders an.
Teure Formel
Die Eupener Formel 2+2=4 (Flandern/Wallonie plus Brüssel/DG gleich 4 belgische Regionen) hatte der Kammerpräsident in einem Interview des „Grenz-Echos“ als ineffizient und teuer bezeichnet. „Es gibt so viele Leute, die Dinge fordern, die aber niemals eintreten…“ Man müsse verstärkt auf Kooperationsabkommen setzen. „Ich bin Pragmatiker“, so Flahaut über Flahaut. Lambertz lässt es nicht auf sich sitzen, wenn andere so tun, als sei er Geisterfahrer auf der belgischen Reformstraße.
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