Trainer Christoph Daum hat nach einem halben Jahr Brügge wieder verlassen. Sein Nachfolge beim Club hat der bisherige Nationalcoach Georges Leekens angetreten. Daum lebt nun wieder bei seiner Familie in Köln. Doch was bleibt von den sechs Monaten in Belgien?
Christoph Daum, der mit Beşiktaş und Fenerbahçe Istanbul, dem VfB Stuttgart und Austria Wien Meistertitel feiern konnte, ist einer der bekanntesten deutschen Trainer im Profifußball. Seit November 2011 trainierte er den 13-maligen belgischen Meister Club Brügge. Zur neuen Saison hat er seinen Vertrag aus persönlichen Gründen aufgelöst. Armin Möller fragte ihn nach seinen Erfahrungen mit Belgien.
Belgieninfo: Herr Daum, wie gefällt Ihnen denn die Stadt Brügge im Alltag?
Christoph Daum: Brügge erinnert mich ein an an ein Open Air Museum, wo jeder für sich etwas entdecken kann. Besonders schön ist es abends, wenn alle Touristen langsam verschwinden und Ruhe einkehrt.
Belgieninfo: So etwas wie einen Kulturschock haben Sie nicht erlebt?
Christoph Daum: Am Anfang hat mich sehr überrascht, dass zu allem ungefragt Fritjes serviert werden. Oder - was meist nur Außenstehenden auffällt - dass hier viele Leute bei der Begrüßung immer ein Auge zukneifen.
Belgieninfo: Was haben Sie in der kurzen Zeit in Belgien besonders schätzen gelernt?
Christoph Daum: Die Kooperations-, Hilfs- und Lernbereitschaft der Brügger. Die Menschen hier sind sehr weltoffen, multikulturell und freundlich. Das trifft übrigens auf alle Regionen Belgiens zu. Fleiß, Engagement und Disziplin kommen deutschen Verhältnissen sehr nahe. Und dann die Küche! In Brügge und Umgebung oder in Gent gibt es sehr viele Sterne-Lokale. Von der einfachen Hausmannskost bis hin zur Nouvelle Cuisine ist alles zu finden. Für mich war es jedenfalls ein kulinarisches Feuerwerk.
Fotos: Archiv; Quirit (Karikatur)
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