Jutta Fleck ist bekannt als die Frau vom Checkpoint Charlie. Ort ihres gewaltfreien, aber entschlossenen Kampfes gegen das SED-Regime. In der Hessischen Landesvertretung in Brüssel erzählt sie ihre Geschichte: Fluchtversuch in Rumänien; Verhaftung, Gefängnis und Trennung von den beiden kleinen Töchtern, die sechs Jahre in der DDR festgehalten werden als ihre Mutter vom Westen freigekauft wird. Nach langen Protesten endlich wiedersehen können.
Die innerdeutsche Grenze trennte nicht nur Deutschland, sie trennte Europa und die Welt. Vier ganz persönliche Schicksale erzählten Zeitzeugen bei zwei Veranstaltungen in der Landesvertretung Hessen. 150 Schüler der Deutschen Schule und der Europa-Schule kamen in die Vertretung an der Avenue de l´Yser, wo Jutta Fleck, Leiterin des Schwerpunktes zur politisch-historischen Aufarbeitung der SED-Diktatur bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung den Schülerinnen und Schülern, die die Mauer nicht mehr erlebt haben, authentisch über ihre Erlebnisse berichtet.
Vier weitere Zeitzeugen machten mit ihren Geschichten das Thema lebendig.
Moderator Tom Weingärtner, Korrespondent des Hessischen Rundfunks im Studio Brüssel moderierte am Vorabend die gemeinsame Veranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er weiss, wovon er redet: Auch er wollte fliehen, war in der DDR in Haft und wurde von der Bundesrepublik freigekauft. In seinem Schlußwort bringt Stefan Gehrold, der Leiter Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung auf den Punkt, was viele Besucher denken: Hätte man selbst den Mut gehabt, so wie ihn die Zeitzeugen gezeigt haben?
In Hessen befindet sich die Gedenkstätte Point Alpha, ein ehemaliger Beobachtungsposten der amerikanischen Streitkräfte, direkt an der früheren Grenze. Hier finden heute Seminare statt, Besuchergruppen erfahren Fakten aus der Zeit der Teilung. Die Landesvertretung will auch im kommenden Jahr die Zeitzeugen wieder nach Brüssel bringen um hier für die deutschsprachigen Schüler die Erinnerung wachzuhalten. Denn ohne die Solidarität und Einbindung Deutschlands in die EU wäre nach dem Fall der Mauer Deutschland nicht wiedervereinigt worden, sagt Friedrich von Heusinger, der Leiter der Vertretung.
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