Nach dem Rauswurf des zuletzt erfolglosen Niederländers Adrie Koster hat Club Brügge die Frage, wer denn nun der neue Chef auf der Trainerbank werden würde, mit einem Paukenschlag beantwortet. Der Duisburger Christoph Daum, Diplom-Sportwissenschaftler und mehrfacher Meistertrainer bei verschiedenen renommierten Vereinen, soll Blauw-Zwart wieder in die Erfolgsspur bringen.
Das Gerücht, dass Christoph Daum kurz vor einem Wechsel zu Club Brügge stehen könnte, machte am 8. November bereits in diversen belgischen Gazetten die Runde. Einen Tag später bestätigten sich die Spekulationen um einen Neuanfang des Erfolgstrainers beim 13-maligen belgischen Meister, nachdem der Fußballlehrer seinen Wechsel nach Belgien selbst bekannt gegeben hatte.
Daum wird Nachfolger des Niederländers Adrie Koster, der beim Brügger Traditionsclub eine Verjüngung durchgeführt und selbst bei wichtigen Europapokalspielen auf noch recht unerfahrene Youngstars gesetzt hatte. Nach vier vermeidbaren Niederlagen war Koster nicht mehr zu halten, und es folgte der von Experten schon prophezeite Rauswurf. Zwischenzeitlich übernahmen die bisherigen Co-Trainer von Koster die Übungsleitung. Dass diese Lösung aber nur eine vorübergehende sein sollte, bis ein neuer Trainer gefunden war, stand außer Frage.
Absage von Michel Preud'homme
Nachdem der vom Club-Management favorisierte ehemalige belgische Welttorhüter Michel Preud'homme keine Freigabe von seinem saudi-arabischen Arbeitgeber erhalten hatte, bekam Daum in seiner Wahlheimat Köln verschiedenen Medienberichten zufolge Besuch von einer Delegation aus der Grachtenstadt. Was die Brügger Vereinsoberen mit ihm vertraglich festgehalten haben, ist reine Spekulation, feststeht: Christoph Daum ist per 9. November 2011 offiziell neuer Trainer von Club Brügge. Und der von einer Hautkrebskrankheit genesene 58-Jährige hat in Brügge Großes vor.
Auf seiner Facebookseite wird Daum wie folgt zitiert: "Das ganze Konzept des Vereins hat mich überzeugt. Der FC Brügge ist ein großer Verein mit dem wir durch harte Arbeit, Identifikation und Disziplin in allen Bereichen noch besser werden wollen um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Zunächst wollen wir uns wieder dauerhaft in der belgischen Spitze etablieren und uns langfristig als einen modernen und erfolgreichen Verein auch in Europa zu präsentieren."
Anknüpfen an alte Erfolge
Im Clubforum übertönen sich kurz nach Bekanntwerden dieser Sensation die Jubelchöre. "Willkommen Christoph!" ist zu lesen und die Aufforderung, beim nächsten Heimspiel im Stadion zu singen: "Christoph lass uns wieder tanzen!" Obschon auch die Kokain-Affäre aus dem Jahr 2000 (Daum hatte wurde damals des Kokaingebrauchs überführt und als möglicher Bundestrainer der Deutschen abgelehnt) mittlerweile in Belgien bekannt geworden ist, sind die Stimmen eher optimistisch, was die sportliche Zukunft mit Christoph Daum als Trainer anbelangt.
Daum ist nach Georg Keßler, der neben Club Brügge auch ein späteres Engagement bei Standard Lüttich hatte, der bisher prominenteste deutsche Fußballehrer in der belgischen ersten Liga.
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