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Von  Hortense Hörburger

Freund-liche Blicke auf Roman Polanski

In Brüssel erhielt er den ersten Filmpreis

Dem Schauspieler und Regisseur Roman Polanski ist im Bozar eine Ausstellung gewidmet, die aus Archivmaterial und Sammlungen seiner Freunde Wajda, Kostenka, Gutowski oder Nowak besteht. In Düsseldorf und Berlin war sie schon zu sehen: persönliche Bilder des polnischen Filmemachers; Bilder zu seinen Filmarbeiten, Plakate seiner erfolgreichen Filme und Zusammenschnitte seiner Auftritte als Schauspieler.


Die Texte dazu stammen aus seiner eigenen Biographie oder der seiner engeren Mitarbeiter und Freunde. „Es geht hier nicht um sein privates Leben“, so hieß es auf der Pressekonferenz, „sondern um Polanski als großen Filmemacher“.

 


An der berühmten Filmschule von Lodz hat er sein Handwerk in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gelernt und von dort kommen auch die meisten Bilder. Geboren wurde er 1933 in Paris, in der Stadt, in die er sich immer wieder aus Neue verlieben wird, und die seine polnisch-jüdischen Eltern und seine Halbschwester 1936 mit ihm in Richtung Krakau verlassen.


Der Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1939 zwingt die Familie zum Leben im Ghetto. Mutter und Schwester werden nach Auschwitz deportiert, später auch der Vater und das vor den Augen seines Sohnes, den er gerade noch bei einer katholischen Familie untergebracht hatte. 1946 macht Polanski seine ersten Schritte als Schauspieler, 1958 erhält er seinen ersten Filmpreis als Regisseur. Er bekommt eine Bronzemedaille für einen Kurzfilm im Rahmen der Weltausstellung in Brüssel für einen in absolute Vergessenheit geratenen Film namens „Zwei Männer und ein Schrank“.


Polen hat er schnell verlassen. Sein erster großer weltweiter Erfolg „Das Messer im Wasser“ kam beim damaligen Regime nicht gut an. Viele gute Filme folgten, glückliche und unglückliche private Jahre. „Der Pianist“ sei der wichtigste Film seiner Karriere gewesen, so Polanski. Er habe immer gewusst, dass er eines Tages eine der schmerzvollsten Perioden seines Landes habe zeigen wollen, aber nicht in Form einer Autobiographie. Und als er die Erinnerungen von Wladyslaw Spilman, einem Überlebenden in Warschau, gelesen habe, sei ihm klar geworden, dass dies sein nächster Film werde.

 

Für mich sein bester.

 

Im Rahmen von: Poland in Focus

Roman Polanski

Acteur et Réalisateur

Bozar, bis Sonntag, 8.1.2012

Eintritt gratis.


Erstellt oder aktualisiert am 14. November 2011.
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