Nachdem Racing Genk am Mittwoch in der Champions-League mit 2-0 bei Bayer Leverkusen verloren hatte, hofften die belgischen Fans auf Siege ihrer Clubs in der Europa-League. Sie wurden nicht enttäuscht, und Club Brügge gelang beim Vorjahresfinalisten Sporting Braga sogar eine Überraschung. Sowohl Brügge, Anderlecht als auch Standard gewannen ihre Partien und sind nun Spitzenreiter in ihren Gruppen.
Na bitte, es geht doch! Die belgischen Teilnehmer am Europa-League-Turnier konnten nach drei Siegen am zweiten Spieltag die Erwartungen von Fans und Verfolgern der Szene übertreffen. Insbesondere Club Brügge dürfte sich mit seinem 2-1-Sieg beim Vorjahresfinalisten auch bei den internationalen Beobachtern Respekt verschafft haben.
Joseph Akpala schaffte für Brügge in der Mitte der zweiten Spielhälfte den verdienten Ausgleich für Blau-Schwarz, nachdem Barbosa die Gastgeber in der 54. Minute in Führung gebracht hatte. In der Nachspielzeit verlängerte Ryan Donk zur großen Freude der wenigen mitgereisten Fans einen Freistoß per Kopf ins Tor und erzielte damit in letzter Sekunde den Siegtreffer. Club Brügge steht dank dieses Sieges nun mit sechs Punkten allein an der Spitze der Gruppe H.
Klare Sache
Auch der RSC Anderlecht konnte mit einem Sieg beim russischen Vertreter Lokomotive Moskau drei Punkte, den zweiten Sieg und die Tabellenführung in Gruppe L sicherstellen. Der belgische Vizemeister war in der Abwehr ab und zu anfällig, konnte sich aber auf seinen starken Torhüter Silvio Proto verlassen, der seinen Kasten sauber halten konnte. Gut, dass Suarez bereits in der zwölften Minute mit seinem Tor zum 1-0 für Anderlecht ein klares Zeichen gesetzt und die Russen unter Zugzwang gesetzt hatte. Lokomotive probierte es hin und wieder mit Tempoverschärfungen, ohne jedoch Zählbares zustande zu bringen. Anstelle des Ausgleichs für die Hausherren gelang es Mbokani in der 72. Minute auf 0-2 für den belgischen Rekordmeister zu erhöhen.
Noch ein Tor mehr als dem RSC Anderlecht gelang Standard in seinem zweiten Gruppenspiel gegen den FC Kopenhagen. Im nicht einmal zur Hälfte gefüllten Stade de Sclessin taten sich die gastgebenden Rouches in der ersten Halbzeit schwer gegen einen nicht wirklich überzeugenden Gegner. Unter dem Pfeifkonzert der 13.000 Zuschauer verschwanden die Akteure in der Kabine. Vermutlich hat es dort für die Standard-Spieler eine Andacht der besonderen Art von Trainer José Riga gegeben, denn sein Team kam wie verwandelt zurück aufs Spielfeld.
Nach Toren von Seljas, Felipe und Kanu war die Partie dann relativ schnell entschieden. Was in der ersten Halbzeit unmöglich erschien, wurde in den zweiten 45 Minuten zum kurzen Prozess für die dänischen Gäste. Nach dem Unentschieden bei Hannover 96 teilt sich Standard nun den ersten Platz mit den "Roten" aus Niedersachsen mit je vier Zählern.
Die nächsten Partien in der Europa-League finden am 20. Oktober nach den Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft 2012 statt. Am 11. Oktober trifft Deutschland dabei in Düsseldorf auf Belgien.
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