Fußball
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Von  Armin Möller

Tabellenspitze rückt zusammen

Punktehalbierung in den Play-offs benachteiligt Anderlecht

Die Meisterrunde in der ersten belgischen Fußball-Liga hat begonnen. Nach der Halbierung der in der Vorrunde erspielten Punkte spielen nun die sechs besten Teams den Meister und die Teilnahmeberechtigung für die Champions- und EuropaLeague aus. Am ersten Spieltag der Meisterrunde hat sich allerdings wieder die Schwachstelle des Modus gezeigt: hart verdiente Punkte schmelzen weg wie Eis. Der RSC Anderlecht musste diese Erfahrung schon machen.

 

Vor Beginn der Meisterrunde hatte der RSC Anderlecht mit sechs Punkten einen komfortablen Vorsprung vor Club Brügge, der Mannschaft des deutschen Trainers Christoph Daum. Anderlecht, zweifelsfrei die spielerisch beste Mannschaft in der laufenden Saison, dominierte die Meisterschaft bis zu diesem Zeitpunkt und wäre bei jedem Buchmacher als der sicherste Titelkandidat gehandelt worden. Gäbe es es da nicht die Play-offs und die umstrittene Halbierung der in der Vorrunde erspielten Punkte.

 

Nach 30 regulären Ligaspielen hatten der Rekordmeister 67 und der Tabellenzweite, Club Brügge, 61 Zähler auf dem Konto. AA Gent folgte als Dritter mit 56 Zählern - zehn Punkten weniger als der Spitzenreiter. Vor dem ersten Spieltag der Meisterrunde ergab sich daraus folgender Tabellenstand: Anderlecht 34, Brügge 31 und Gent 28 Punkte. 

 

Anderlecht patzt zum Auftakt

 

Nach dem ersten Spieltag in der Meisterrunde sehen sich Kritiker des Modus bestätigt. Ein Ausrutscher hat gleich große Folgen und lässt einen hart und lange aufgebauten Vorsprung wie Eis vor der Sonne schmelzen. Prominentester Leidtragender ist in diesem Fall der RSC Anderlecht. Nachdem Club Brügge am Freitagabend die Play-offs mit einem 2-0 gegen Racing Genk eröffnet hatte, lag Blau-Schwarz auf einmal mit den Königlichen gleichauf und brachte diese in Zugzwang. Den Machen des kritisierten Spielmodus soll es Recht sein, denn ihre Absicht war es, die Liga spannender zu machen.

 

Und in der Tat, spannender ist das Rennen um die Meisterschaft jetzt geworden, denn Anderlecht konnte in seinem ersten Play-off-Spiel nur einen Punkt gegen KV Kortrijk holen und spürt nun deutlich den heißen Atem von Club Brügge im Nacken. Auf dem Papier sieht es nun nach einem packenden Finale um den Meisterpokal aus, doch Brügges Trainer Daum zeigte sich vom Druck der Medien unbeeindruckt: "Wir konzentrieren uns ganz auf uns und das Spiel gegen Kortrijk", sagte er nach dem Spiel gegen Genk dem Sportkanal Sporza.

 

Einen überzeugenden Auftakt lieferte auch AA Gent in seinem ersten Spiel in der Meisterrunde ab. Die Buffalos schlugen im heimischen Ottenstadion Standard Lüttich mit einem deutlichen 3-0 und kommen dank des Ausrutschers von Anderlecht nun auf vier Punkte an die Tabellenspitze heran. 

 

Die Ergebnisse und Auswirkungen auf die Tabellensituation sind seltsamerweise Wasser auf die Mühlen von Befürwortern und Kritikern des Play-off-Modus gleichermaßen. Einerseits wird abermals deutlich, dass die Punktehalbierung aus sportlicher Sicht nicht gerade ein Wunder der Fairness ist, andererseits steht fest: die Play-offs sorgen für mehr Spannung im Titelkampf!


Erstellt oder aktualisiert am 02. April 2012.
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