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Von  Eva Steindorfer

Die Drei mit dem D-A-CH-Prinzip

Deutschcafé betrachtet Belgien anders

Dass die deutsche Sprache in Belgien auch außerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft quicklebendig ist, beweist eine Initiative aus Antwerpen. Aus der Anfangsidee, einen Stammtisch für Deutsch-Studenten der Universität Antwerpen zu organisieren, entwickelte sich eine Plattform für Deutschinteressierte und Deutschsprachige, die sich mittlerweile über die Stadt- und Provinzgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat.

Nie hätten die drei Initiatoren von Deutschcafé, Arvi Sepp, Eva Steindorfer und Margret Oberhofer (Foto), es sich träumen lassen, dass ihr einfaches Konzept auf so viel Gegenliebe stoßen würde: Der Ausgangspunkt ist die Annahme, dass jeder, der Deutsch als Fremdsprache lernt, gerne Kontakt mit Muttersprachlern knüpft und dass in Belgien lebende Deutsche, Österreicher und Schweizer sich freuen, wenn sie Leute treffen, die der Kultur der deutschsprachigen Länder gegenüber aufgeschlossen sind. Dazu kommt der geeignete Rahmen, der Berührungsängste abbaut: ein gemütliches Café im historischen Stadtkern von Antwerpen.

Volltreffer gelandet

Einen zusätzlichen Anreiz bietet ein breit angelegtes Veranstaltungsprogramm, das von Quizabenden über diverse Gastsprecher (Journalisten, Dolmetscher, Künstler, Politiker, Kulturwissenschaftler usw.) bis zu Filmabenden reicht. Das Prinzip der Kommunikation und Interaktion steht dabei immer im Vordergrund. Dass Margret, Arvi und Eva mit ihrer Idee einen Volltreffer gelandet hatten, wussten sie bereits nach der ersten Veranstaltung im November, einem Quizabend: Sie hatten einen viel zu kleinen Raum reserviert, der buchstäblich aus allen Nähten platzte. Der Zulauf und die positiven Reaktionen motivierten zum Weitermachen, obwohl sich nach einiger Zeit ein gewisser Professionalisierungsdruck einstellte, der einer kleinen, ehrenamtlichen Initiative mit wenig budgetärem Freiraum eigentlich nicht mehr angemessen ist.


Nach seinem Erfolgsrezept befragt, sieht das Deutschcafé-Team einen Pluspunkt darin, dass man sich die Arbeit den Fähigkeiten und Vorlieben entsprechend aufteilt. Margret Oberhofer (Koordinatorin für internationale Projekte bei LINGUAPOLIS und Assistentin für E-Learning bei IOIW) ist ein Organisationstalent mit Sinn fürs Praktische. Sie plant die Abläufe und behält das Zeitmanagement im Auge. Außerdem ist sie extrovertiert und jovial im Umgang, was beim Moderieren von Veranstaltungen ein großes Plus ist. Arvi Sepp (Dozent für Deutsche Sprache und Literatur an der Erasmus Hogeschool Brussel und der Universiteit Antwerpen) verfügt über ein breites Netzwerk, diplomatisches Geschick und ein großes Wissen in kulturwissenschaftlichen Fragen. Eva Steindorfer (österreichische Lektorin an der Universität Antwerpen und Leiterin des Österreichzentrums Antwerpen) übernimmt die Kommunikation, schreibt Newsletters und PR-Texte. Was die Konzeption von Veranstaltungen betrifft, liefert jeder einen Beitrag, entscheidend ist die Vielfalt der Themen und das sogenannte D-A-CH-Prinzip. Alle deutschsprachigen Länder finden gleichermaßen Beachtung.

 

Ein Novum dieses Jahr ist, dass auch der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien eine Veranstaltung gewidmet ist. Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz höchstpersönlich wird zum Abschluss der Deutschcafé-Saison vor der Sommerpause seine Vision eines „Belgien zu viert“ skizzieren. Aus der Sicht der deutschsprachigen Minderheit wirft er einen alternativen Blick auf die politische Kultur und das Zusammenleben im mehrsprachigen Belgien. Ausnahmsweise verlässt das Deutschcafé mit dieser Veranstaltung seinen Heimathafen, das Café „De Grote Witte Arend“, und verlagert den Schauplatz an die Universität Antwerpen. Die Teilnahme ist gratis, allerdings wird aus organisatorischen Gründen um Anmeldung gebeten.

 

Belgien anders betrachtet

Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Einführung: Prof. Dr. Alain Verschoren, Rektor der Universität Antwerpen

Patrick Janssens, Bürgermeister von Antwerpen

Am: 6. Juni 2011

Beginn: 20:00 Uhr

Ort: Universiteit Antwerpen - Grauwzusters

Lange St. Annastraat 7

2000 Antwerpen

Anschließend kleiner Empfang. Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich aus organisatorischen Gründen bis zum 30|5|2011 an: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Maildeutschcafe(at)ua.ac.be

 

Mehr Informationen zu dieser und anderen Veranstaltungen von Deutschcafé unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ua.ac.be/deutschcafe


Erstellt oder aktualisiert am 24. Mai 2011.
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