Seit 2002 hat es keine belgische Nationalmannschaft mehr geschafft, sich für eine Europa- oder Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Auch die aktuellen Roten Teufel wurden ihrem Ruf nur bedingt gerecht, Hoffnungsträger einer in den 1980er-Jahren einst so stolzen Fußballnation zu sein. Trotz einiger Lichtblicke zeigte sich beim letzten EM-Qualifikationsspiel der Belgier in Düsseldorf, dass Deutschland noch eine Nummer zu groß ist.
Die belgische Fußball-Nationalmannschaft wird 2012 nicht zur Europameisterschaft nach Polen und in die Ukraine reisen. Im letzten EM-Qualifikationsspiel der Gruppe A verloren die Roten Teufel in Düsseldorf gegen eine überragende deutsche Elf mit 3-1. Obwohl sich die Mannschaft des Deutschen Fußballbundes in der ersten halben Stunde von der Angriffslust der Belgier in die Defensive drängen ließ, war das Tor von Nationaltorwart Manuel Neuer nie wirklich gefährdet.
Deutschland stand sicher in der Abwehr, wartete auf sich bietende Gelegenheiten und verschärfte das Tempo. In der 31. Minute schaffte Mesut Özil das 1-0 für Deutschland. Der Jungstar von Real Madrid hatte vor dem Spiel versprochen, in diesem - auch für die Türkei - wichtigen Spiel ein Tor zu erzielen. Türken und Belgier spielten an jenem Abend in einem Fernduell um Platz Zwei in der Tabelle A, der zur Teilnahme an Relegationsspielen berechtigt und damit eine letzte Chance zur Teilnahme an der Euro 2012 bedeutet hätte.
Die gut 5.000 mitgereisten belgischen Fans in der Düsseldorfer Arena fingen an, am Projekt "Sieg gegen Deutschland" zu zweifeln und blickten hin und wieder auf ihre Smartphones. Wegen der in der Luft hängenden Niederlage musste nun auch die Türkei ihr Heimspiel gegen Aserbaidschan verlieren, um ein belgisches Weiterkommen zu ermöglichen. Zum Zeitpunkt, als Andre Schürrle in der 34. Minute das 2-0 für Deutschland erzielte, stand es beim Spiel in der Türkei noch 0-0. Die Roten Teufel, die nach den zwei deutschen Treffern nur noch Zuschauer auf dem Platz zu sein schienen, machten zu diesem Zeitpunkt schon einen entmutigten Eindruck.
Fehlende Kaltschnäuzigkeit
Nach der Halbzeitpause besiegelte Mario Gomez mit seinem 3-0 das Schicksal der Truppe von Trainer Georges Leekens. Seiner Mannschaft mangelte es nicht an spielerischer oder läuferischer Qualität, sondern an Effizienz. Die Elf seines Gegenüber, Joachim Löw, machte aus drei klaren Chancen drei sichere Tore. Die Roten Teufel indes wirkten weniger abgeklärt und verspielt. Mit einem sicheren 3-0 im Rücken schaltete Deutschland einen Gang zurück und ließ die Belgier auflaufen. Eden Hazard, das Wunderkind in Diensten des OSC Lille war ebenso ratlos wie seine Kreativkollegen Moussa Dembele und Marouane Fellaini.
Dem marokkanisch-stämmigen Wuschelkopf vom FC Everton gelang nach einer Ecke des eingewechselten Dries Mertens immerhin noch der Anschlusstreffer. Das späte Aufbäumen der Belgier half nichts mehr. Mit dem Schlusspfiff war klar, dass die Roten Teufel zwar wieder ein Stück auf der Erfolgsspur vorangekommen sind, aber leider ohne Preis nach Hause fahren müssen. Neben der eigenen Niederlage gegen das deutsche Team war der magere 1-0-Sieg der Türken gegen Aserbaidschan der Grund dafür.
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