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Von  Renate Kohl-Wachter und Christoph Niekamp

Deutsch rechnen und französisch leben

12. Sommerfest der Deutschsprachigen Gemeinschaft

„Wir freuen uns, als kleine Region bei einer großen Region zu Gast sein zu dürfen“, bedankte sich Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz bei den Baden-Württemberger Hausherren. Am Mittwochabend, 20. Juni feierte die Deutsche Gemeinschaft Belgiens (DG) ihr traditionelles Sommerfest. Lambertz lobte die Fortschritte der belgischen Föderalismusreform und verriet das Geheimnis seiner erfolgreichen Region.

Mehr als 300 Gäste waren der Einladung der DG in die Landesvertretung Baden-Württembergs in Brüssel gefolgt. Gastgeber Johannes Jung begrüßte die bunte Mischung aus Ostbelgiern, Exildeutschen und Freunden der DG und freute sich, gemeinsam „ein leichtes, freundschaftliches Fest zu feiern.“ Jedes Jahr findet das Sommerfest der Deutschsprachigen Gemeinschaft an einem anderen Ort statt. Die Landesvertretung Bayerns, die Espace Wallonie, das Kulturzentrum Flagey und sogar die Botschaft des Großherzogtums Luxemburg waren unter anderem schon Gastgeber. Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz erinnert sich noch gut an die Premiere im Jahre 2001: „Damals waren wir in einer Bank zu Gast. Aber das war vor der Finanzkrise. Vielleicht kann man später ja sogar eine ganze Bank kaufen.“

 

Klein, aber gut vernetzt

Diesmal fiel die Wahl statt auf eine Bank auf die Landesvertretung an der Rue Belliard. Lambertz offenbarte auch eine persönliche Verbindung zum Gastgeber Baden-Württemberg: 1975 studierte er für kurze Zeit in Heidelberg deutsches Recht. Seit mehr als zehn Jahren ist er Ministerpräsident der privilegiertesten Minderheit der Welt. Nur 74.000 Einwohner zählt die Deutschsprachige Gemeinschaft ganz im Osten Belgiens. Mit eigenem Parlament, Regierung und dem EU-Abgeordneten Mathieu Grosch tragen sie dennoch auch international viel Verantwortung. Ein Erfolg der belgischen Föderalismusreform.

Die DG redet also mit und ist in alle Richtungen gut vernetzt. „Kontakte und Beziehungen sind wichtig. Besonders für eine kleine Region, wie die DG“, erklärte Lambertz. Als Grenzregion pflegt die Deutschsprachige Gemeinschaft Beziehungen zu all seinen Nachbarn. Die Besucher, egal ob deutsch oder belgisch, nutzten das Sommerfest, um weitere Kontakte zu knüpfen.

Frank Niessen und Daniel Offermann gestalteten dafür mit Flügel und Kontrabass den musikalischen Rahmen. Das Duo „Barpiano“ leitete so in den lockeren Teil des Abends über. Bei einem reichhaltigen Buffet genossen die Besucher das Sommerfest und fühlten sich „zu Gast bei Freunden“, wie es Alexander Homann, Leiter der DG-Vertretung in Brüssel, formulierte.

 

Deutsch rechnen und französisch leben

Zum Schluss verriet der Ministerpräsident noch das letzte Erfolgsgeheimnis der DG. „Wir rechnen wie die Deutschen und leben wie die Franzosen - nicht umgekehrt“, brachte Lambertz die Mentalität der Grenzregion auf den Punkt. Eine Eigenschaft, die der kleinen Sprachgemeinschaft zahlreiche Sympathisanten im In- und Ausland beschert. Viele hätten ihr Herz an die DG verloren, sagte Lambertz, „doch das ist nicht so gut, denn ohne Herz ist es schwer zu leben. Tragen Sie uns lieber nah bei Ihrem Herzen.“

Fotos: Ulrich M. Alexander


Erstellt oder aktualisiert am 21. Juni 2012.
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