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Von  Tanja Wittal-Düerkop

Coburg, Belgien, Leopold

Erlesene Ausstellung „Europäische Einblicke“

Die Ausstellung „Europäische Einblicke“ beschreibt die Entstehung des Staates Belgien und zeigt die Wirkweise dynastischer Netzwerke in der historisch-politischen Umbruchssituation um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Unter Schirmherrschaft des belgischen Königs Albert II. und in Anwesenheit von Kronprinz Philippe ist die Schau am 15. September 2008 in der Brüsseler Repräsentanz der Thüringer Aufbaubank glanzvoll eröffnet worden.

 

„Wir werden heute an die besonders engen Bande zwischen unseren beiden Völkern erinnert“, begann der der belgische Kronprinz seine Rede zur Vernissage der Ausstellung. Und der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Dieter Althaus, betonte in seinem Grußwort die langen historischen „Verbindungslinien, die mit der Ausstellung fortgeschrieben" werden.

Denn Belgiens Geburtsort ist Coburg, eine damals kleine thüringische Residenzstadt. Im Jahr 1831 bestieg der jüngste Sohn des Coburger Herzogs, Leopold, den Thron des neu gegründeten Staates Belgien. Mit viel diplomatischem Charme, politischem Geschick, umsichtigen Reformen und dank einer ebenso klugen wie glücklichen Heirats- und Familienpolitik tanzte Leopold I. und mit ihm das kleine Adelshaus Sachsen-Coburg und Gotha auf ganz großem europäischen Parkett. Leopold machte von seiner europäischen Hauptstadt Brüssel aus schon lange vor EWG und EU europäische Politik!

Doppelblick auf die belgisch-thüringische Geschichte


Die exquisiten Leihgaben – insgesamt mehr als 100 wertvolle Kunstwerke und Dokumente - vermitteln einen Doppelblick auf die belgisch-thüringische Geschichte: wie dynastische Beziehungen und Familienbande das Bild des europäischen neunzehnten Jahrhunderts geprägt haben und wie eine ambitionierte kulturelle und wissenschaftliche Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit im Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha einen modernen europäisch-kosmopolitischen Geist geweckt hat.

Höhepunkte der Ausstellung dürften neben der Totenmaske von Leopold I. auch die Grafiken von Dürer und Cranach d. J., die Dokumente zu den dynastischen Beziehungen, die man nur selten sehen kann, sowie die antiken und naturwissenschaftlichen „Curiosa“ sein.


„Potpourri des Wissens“ - Kosmopolitische Sammelleidenschaft

Daher der weitere Fokus der „Einblicke“: die großartigen kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen der Herzöge des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha.

Gothas Sammlungen auf Schloss Friedenstein und dem Museum für Naturkunde galten bereits seit dem neunzehnten Jahrhundert weithin als Symbol aufgeklärten Geistes und die Stadt erlangte Ruhm als Zentrum der exakten wie der schönen Wissenschaften. Coburgs Kunstsammlungen, ab 1837 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, präsentieren enzyklopädisches Wissen, demokratisieren historisches Kulturgut und propagieren die kritische Auseinandersetzung mit Tradition und Fortschritt.

Viele der Ausstellungsstücke aus Coburg und Thüringen werden erstmals in Belgien gezeigt. Die erlesenen Leihgaben stammen aus dem Staats- und dem Stadtarchiv Coburg, aus den Kunstsammlungen und aus dem Kupferstichkabinett der Veste Coburg, aus dem Herzoglichen Kunstbesitz zu Schloss Callenberg sowie aus der Landesbibliothek Coburg und dem Coburger Stadtmuseum. Weitere Exponate kommen aus Thüringer Museen, aus der Stiftung Schloss Friedenstein sowie aus der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha.

 



Praktisches:


Die Ausstellung „Europäische Einblicke – Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, Thüringen und das Königreich Belgien“ ist bis zum 7. November 2008 jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr (sowie nach Vereinbarung) in den Räumen der Repräsentanz der Thüringer Aufbaubank und der Landesentwicklungsgesellschaft am Square Vergote 39, 1030 Brüssel zu sehen.
Ein kostenloser Ausstellungsführer ist in den Sprachen Deutsch, Französisch und Niederländisch erhältlich. Kostenlose Führungen sind auf telefonische Anmeldung hin für Gruppen möglich. – Tel.: 0032-2-737 04 05


Erstellt oder aktualisiert am 17. September 2008.
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