Gesundheit
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Von  Heide Newson

Besser als mit Chemotherapie heilen

Bedeutendster Preis Belgiens an Krebsforscher verliehen

Im Beisein von Prinzessin Mathilde und etwa 350 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurde am Donnerstag im Palais des Académies in Brüssel der Gesundheitspreis 2012 und der Preis für Klinische Forschung verliehen. Ausgezeichnet wurden ein Österreicher und zwei Belgier.

 

Kurz nach 10 Uhr waren die ersten der rund 350 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bereits im Brüsseler Palais des Académies eingetroffen. Die offizielle Verleihung der Preise in einem sehr feierlichen Rahmen begann aber erst nach dem Eintreffen von Prinzessin Mathilde. Bei nasskalten Brüsseler Temperaturen entstieg sie kurz vor elf einem flotten BMW und steuerte auf ein kleines Mädchen zu, das ihr einen bunten Blumenstrauß überreichte. Danach begab sie sich in den Sitzungssaal, wo sie die drei Preisträger kurz begrüßte: Den Österreicher Gero Miesenböck, Professor an der Universität Oxford, der den mit 250.000 Euro dotierten Preis des InBev-Baillet Latour Fonds entgegennehmen konnte, und Professor Jean-Pascal Machiels (Katholische Universität Löwen) und Elfride de Baere (Universität Gent), die den prestigeträchtigen Preis für „Klinische Forschung“ erhielten.


Der „Inbev-Baillet Latour Fond“ wurde im Jahr 1974 von Graf Alfred de Baillet Latour, Vorstandsmitglied der Brauerei Artois, mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Arbeit von Wissenschaftlern zu unterstützen, die sich für die menschlichen Werte, sei es nun im Gesundheits- oder Naturwissenschaftlichen Bereich einsetzen. Seit 1979 verleiht der Fond den Gesundheitspreis, der als der bedeutendste Preis Belgiens gilt. Seit 2007 vergibt der Fond zudem den Preis für Klinische Forschung, der alljährlich an zwei junge belgische Wissenschaftler aus der flämischen und frankophonen Gemeinschaft geht.


Ein guter Tag für die Forschung“


Die Jury hatte Jean-Pascal Machiels (Katholische Universität Löwen) wegen seiner herausragenden Krebstherapien zum Preisträger erklärt. Es handelt es sich um personalisierte Molekularbehandlungen, also um ein neues Medikament, das selektiver als eine Chemotherapie eingesetzt werden kann, das gesunde Zellen verschont, aber einen Teil des Tumors zerstört. An diesem Projekt arbeitete Professor Jean-Pascal Machiels, der im Jahr 1993 an der Katholischen Universität Löwen seinen Doktor in Medizin mit summa cum laude machte und heute im Universitätskrankenhaus „Saint-Luc“ (UCL) die Abteilung für Onkologie leitet, mit der aus Berterath (Gemeinde Büllingen) stammenden 36jährigen Chirurgin Sandra Schmitz zusammen. Er fühle sich geehrt, aber ohne die Mitarbeit der Ostbelgierin wäre dies nicht möglich gewesen, deshalb sei es auch ihr Preis, sagte Machiels im Anschluss an die Preisverleihung durch Prinzessin Mathilde.


Auch der belgischen Forscherin Professor Elfride De Baere, Leiterin des DNA-Labors an der Universitätsklinik in Gent, die den Preis für ihre Verdienste im Bereich genetischer Krankheiten erhielt, stand die Freude ins Gesicht geschrieben. „Das ist ein guter Tag für die Forschung, dank dieses belgischen Preises findet sie eine internationale Würdigung.“ Dieser Meinung schloss sich Professor Gero Miesenböck an, der für seine herausragenden Forschungen im Bereich der Optogenetik den Gesundheitspreis erhalten hatte.


Erstellt oder aktualisiert am 22. April 2012.
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