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Von  Heide Newson

Auf dem europäischen Laufsteg

„Glamour“ im Berlaymont für den guten Zweck

So viel Glamour hatte das Berlaymont, Hochburg der EU-Institutionen, noch nie gesehen. Im Beisein der zypriotischen EU-Kommissarin für Bildung Kultur und Jugend, Androulla Vassiliou schritten keine Staats-und Regierungschefs über den roten Teppich des nüchteren Interieurs, sondern 18 bildhübsche Models.

Aber es waren keine dieser professionellen Hungerhaken, die sich für ihre Catwalks auf Kleidergröße 32/34 runterhungern, sondern Praktikantinnen der Europäischen Union. Mit viel Charme, Anmut, Stil und Lebensfreude präsentierten sie trendige Abendroben und Ballkleider. Dabei ging es den Models, seien es nun Ines aus Portugal, Julia aus Deutschland, Alison aus Großbritannien, Luliana aus Rumänien oder Katerina aus Tschechien, um nur einige zu nennen, nicht um persönlichen Erfolg, sondern um den guten Zweck.

„Solidarité“ ist eine humanitäre Einrichtung der EU-Praktikanten, die im Jahr 1998/99 aus der Taufe gehoben wurde, und deren Gründer es sich zur Aufgabe gemacht haben, während ihres mehrmonatigen Praktikums nicht nur EU-Erfahrungen zu sammeln, sondern im humanitären Bereich durch ehrenamtliche Arbeit etwas einzubringen. Sechzig unterschiedliche Projekte, die von einer Kleidersammlung für die Ärmsten der Armen weltweit oder Fahrradsponsoring für die Straßenkinder in Nepal bis zur humanitären Arbeit in Brüssel reichen, wurden von mehr als 200 jungen Hoffnungsträgern realisiert.

„25th Stage of Solidarité“

Unter dem Motto „25th Stage of Solidarité“ stieg im Berlaymont eine Party, die in diesem Gebäude ihresgleichen sucht. Das Jahr 2011 sei zum Europäischen Jahr der Freiwilligen (Helfer) deklariert worden, so EU-Kommissarin Androulla Vassiliou, der man anmerkte, dass ihr diese Art von Veranstaltung besonders viel Freude machte. Die diesjährigen (Kassen-)Schlager waren zweifelsohne der Adventskalender, das Kochbuch mit Rezepten aus den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie die im Concert Noble sowie im Berlaymont abgehaltenen Modeschauen der EU-Praktikantinnen.

Die Idee, zwei Modeschauen für den guten Zweck auf die Beine zu stellen, hatte die Tschechin Katerina Rihova, die in der Generaldirektion-Handel ein Praktikum absolviert. Ihre Projektidee fand Gefallen, und jetzt galt es nur noch, geeignete und mutige Models zu finden. Die fand sie im multikulturellen Praktikantinnenkreis zuhauf. Drei Castings genügten für die gelungenen Catwalks. Anstatt Mode von großen Modelabels oder Designern zu präsentieren, setzte Katerina im Berlaymont neue individuelle Modetrends in Szene. Vor einem begeisterten Publikum und einer ganz hin- und hergerissenen EU-Kommissarin wurde eine Abendgarderobe präsentiert, die den Models unterschiedlicher Nationalität, Größe, Gewicht, wie auf den Leib geschneidert schien. Kein Wunder, dass ihr stilsicherer Catwalk mit viel (männlichen) „Wow“ begleitet wurde, während der Belgier Victor Lobé, auch Praktikant, mit seinen Sound und virtuosen Stimme, die Stimmung so richtig einheizte.

Hingucker gab es viele, so nicht nur die zypriotische EU-Kommissarin. Dennoch bleibt es dabei: Die Models streben keine Karriere auf dem Catwalk, sondern bei der Europäischen Union an.


Erstellt oder aktualisiert am 02. März 2011.
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